Der weltgrösste Personaldienstleister Adecco sieht sich auf gutem Weg, seine Ziele zu erreichen. Der Personaldienstleister Adecco ist in den Sommermonaten umsatzmässig zwar schön gewachsen, die übliche Erholung im September nach den grossen Ferien in vielen Ländern fiel aber schwächer aus als sonst üblich. Die Umsätze stiegen im Juli und August um fünf Prozent, wie das Unternehmen am Mittwoch anlässlich eines Investoren-Tages in Rom mitteilte. Damit war die Rate gleich hoch wie im (gesamten) zweiten Quartal.

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Die saisonale Beschleunigung im September sei etwas langsamer als üblich. Dies reflektiere die Unsicherheit in Teilen Europas und sei konsistent mit den zuletzt veröffentlichten schwächeren Konjunkturdaten. Davon seien vor allem Deutschland und Frankreich betroffen. In Nordamerika laufe das Geschäft gut.

Positiv für das nächste Jahr

Trotz der leichten Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds rechnet Adecco mit einer Beschleunigung im nächsten Jahr. «Wir sind überzeugt, dass wir das Ebit-Margenziel von 5,5 Prozent in 2015 erreichen werden», hiess es weiter.

Im zweiten Quartal war der Umsatz insgesamt um ein Prozent auf 4,988 Milliarden Euro gestiegen. Der Reingewinn war mit 145 Milliarden Euro um 15 Prozent höher.

Aktie unter Druck

Die Investoren wurden offensichtlich von den News negativ überrascht. Entsprechend notiert das Papier gegen Mittag bei relativ hohen gehandelten Volumen und in einem stabilen Gesamtmarkt 3,8 Prozent tiefer auf dem Stand von 63,85 Franken (Tagestief bisher 63,45 Franken).

In Analystenkreisen werden die Neuigkeiten allerdings nicht allzu schwarz gesehen. Die ZKB etwa spricht lediglich von «leicht negativen» News, meint aber: Mit dem Umsatzwachstum von 5 Prozent im Juli und August sei dem Unternehmen weiterhin keine Umsatzbeschleunigung (seit dem ersten Quartal) gelungen. Im Gegenteil, offenbar sei der September bisher leicht schwächer als üblich ausgefallen.

Analysten sehen nicht allzu schwarz

Vontobel schreibt, dass die eigene Wachstumsschätzung von 6,4 Prozent für das dritte Quartal wohl etwas zu hoch sei nach dem heutigen Statement. Dass Adecco das Margenziel bestätige, stehe derweil im Einklang mit der eigenen Einschätzung und Erwartung. Entsprechend wird die Empfehlung «Buy» für die Adecco-Aktie bestätigt.

Auch Safra Sarasin hält an der Kauf-Empfehlung fest. Die von Adecco erwähnte schwierige Konjunkturlage in Europa - wie auch die gute Entwicklung in Nordamerika - sollten in den Markterwartungen eigentlich drin sein, meint man dort. Und auch die Bestätigung des Margenzieles dürfte keine Überraschung sein, sei aber trotzdem beruhigend. Die strukturelle Krise im Jobmarkt in Europa sei grundsätzlich eine Chance für die Temporär-Branche, zudem sollte Adecco von einer (erwarteten) zyklischen Erholung in Europa mit einem Umsatzanteil von zwei Dritteln auf dem alten Kontinent profitieren.

Volatiler Jahresverlauf

Die Adecco-Aktie hat seit Jahresbeginn einen relativ volatilen Verlauf hinter sich. Nach einem deutlichen Plus in den ersten Wochen bis auf den Höchststand von 79,80 Franken (intraday) Anfang März hat das Papier deutlich nachgelassen und Anfang August bei 62,40 Franken das Jahrestief erreicht. Im August erfolgte dann eine deutliche Erholung auf wieder über 70 Franken, seit September geht es aber wieder abwärts. Mit dem aktuellen Kurs notiert die Adecco-Aktie gegen 10 Prozent unter dem Stand von Ende 2013.

(reuters/sda/awp/ise/ama)