Die brummende Konjunktur in weiten Teilen Europas hat beim weltgrössten Personalvermittler Adecco im zweiten Quartal 2017 die Kassen klingeln lassen. Der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 5,97 Milliarden Franken, wie der Konzern aus Glattbrugg bei Zürich am Donnerstag mitteilte.

Unter dem Strich verbuchte der Weltmarktführer einen Gewinn von 192 Millionen Euro – ein Plus von einem Prozent.

Erwartungen erfüllt

Besonders stark sei das Wachstum im grössten Einzelmarkt Frankreich sowie in Italien, auf der iberischen Halbinsel und in Japan ausgefallen. Im Juni habe das Wachstum sechs Prozent betragen und im Juli sei es ähnlich gewesen wie im Juni, teilte der Konkurrent von Manpower und Randstad weiter mit.

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Damit hat Adecco die Erwartungen der Analysten knapp erfüllt. Diese hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 194 Millionen Euro und einem Umsatz von 6,03 Milliarden Euro gerechnet. Die Reaktion an der Börse: Bis um 9.40 Uhr verlieren Adecco 4,5 Prozent auf 70,80 Franken und dies bei hohen Volumina. Der SMI notiert derweil praktisch unverändert.

Organisches Wachstum enttäuscht

Ersten Reaktionen aus Expertenkreisen ist die Enttäuschung in Bezug auf das organische Umsatzwachstum anzumerken. Organisch kam das Wachstum im zweiten Quartal bei 5 Prozent und damit am ganz unteren Ende der Prognosenbandbreite von 5 bis 8,2 Prozent zu liegen. Die Konkurrenten Randstad und Manpower hätten bessere Wachstumszahlen ausgewiesen.

Unterschiedliche Aussagen gibt es zur Marge. So sei diese besser als bei der Konkurrenz ausgefallen, schreibt die ZKB. «Die Kostenkontrolle war gut», sagt auch die UBS. Das mildere den Druck auf die Margen.

Aktie seit Monaten seitwärts

Andere Experten betonen, dass Adecco auch hier die Prognosen nicht erfüllt habe. Dass die Differenz zwischen den Konsensschätzungen und dem letztendlich erzielten Reingewinn nicht deutlicher ausfällt, führen Analysten auf ein besseres Finanzergebnis sowie auf eine geringere Steuerbelastung zurück.

Die Adecco-Titel kamen seit Mai nicht mehr recht vom Fleck, nachdem sie sich davor ab Jahresmitte 2016 von gut 46 auf rund 75 Franken hochgearbeitet hatten.

(reuters/ise)