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Warnung
Adidas droht Fifa mit Liebesentzug

Fifa-Chef Blatter: Adidas könnte als Sponsor abspringen. Keystone

Für den Sportartikelhersteller Adidas ist seine Werbepartnerschaft mit der Fifa nicht in Stein gemeisselt: Nur wenn sich der Weltfussballverband reformiert, wollen die Deutschen Sponsor bleiben.

Veröffentlicht am 15.12.2015

Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer schliesst ein Ende des Sponsorings beim Fussball-Weltverband nicht aus, sollte sich die skandalumwitterte FIFA nicht ändern. «Wenn die FIFA es schafft, sich zu reformieren, und da sind sie meines Erachtens auf einem guten Weg, werden wir weiter machen», sagte Hainer dem «Handelsblatt» (Mittwochausgabe). Andernfalls «werden wir darüber nachdenken, was die Alternativen sind«. So schnell wird es nach seinen Angaben noch keine Entscheidung geben. Der Vertrag zwischen dem Konzern aus Herzogenaurach und der FIFA läuft bis 2030.

Adidas zählt zu den wichtigsten Geldgebern der FIFA. Das Unternehmen hatte kurz vor der letzten Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees in Zürich Anfang Dezember gemeinsam mit McDonald's, Coca-Cola , Visa und Anheuser-Busch einen «Kulturwandel» gefordert und eine «unabhängige Aufsicht« der Reformbemühungen verlangt. Bereits Anfang Oktober hatten mehrere Top-Sponsoren den sofortigen Rücktritt von FIFA-Chef Joseph Blatter verlangt. Adidas hatte sich dieser Allianz damals nicht angeschlossen und war dafür kritisiert worden.

Adidas bezeichnet sich als sauber

Hainer rechnet nicht damit, dass sein Unternehmen im Zuge der Korruptions-Vorwürfe gegen zahlreiche einstige und aktuelle Spitzenfunktionäre der FIFA - darunter den derzeit gesperrten Präsidenten Joseph Blatter - ins Visier der Ermittler geraten könnte. «Man kann uns nicht für die verbrecherischen Machenschaften der FIFA-Funktionäre verantwortlich machen», sagte Hainer. «Wir haben alle Verträge durchforstet und ich kann guten Gewissens sagen, dass wir sauber sind.»

Auch mit der Affäre des Deutschen Fussball-Bundes (DFB) um die Vergabe der WM 2006 und die dubiose Zahlung des ehemaligen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus hat der Sportartikel-Hersteller laut Hainer nichts zu tun: «Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben auch alle Verträge mit dem DFB geprüft und prüfen lassen.»
 

(awp/mbü)

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