Adidas rüstet sich gegen den Einstieg unerbetener Investoren. Der Vorstand habe einen Beratungsvertrag mit der US-Investmentfirma Perella Weinberg geschlossen, sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Fürth.

Dies diene der «Erkennung, Prävention und Reaktion» bei Übernahmeversuchen von so genannten «aktivistischen Dritten». Aktionärsvertreter monierten, dass Adidas-Aufsichtsratsmitglied Stefan Jentzsch an Perella Weinberg beteiligt ist.

Jentzsch nicht im Konflikt

Unerwartet schwache Geschäfte hatten im vergangenen Jahr den Aktienkurs von Adidas auf Talfahrt geschickt und Zweifel an Hainers Strategie geweckt. Zeitweise kamen Spekulationen auf, Hedgefonds könnten bei dem Sportausrüster einsteigen und einen radikalen Kurswechsel erzwingen, beispielsweise eine Abspaltung der lange kriselnden US-Tochter Reebok. Diese Erwartungen bestätigten sich zwar nicht, schreckten aber offensichtlich Vorstand und Aufsichtsrat auf.

Hainer und Aufsichtsratschef Igor Landau sagten am Donnerstag, aus ihrer Sicht befinde sich Jentzsch nicht in einem Interessenkonflikt. Der Manager sei an der Vergabeentscheidung nicht beteiligt gewesen und wirke auch nicht an diesen Beratungsarbeiten von Perella Weinberg mit. Adidas bezahle dem US-Unternehmen 450’000 Euro als Basisvergütung und dazu laufend 50’000 Euro im Monat, sagte Hainer. Das Dax-Unternehmen befindet sich komplett im Streubesitz.

Anzeige

(reuters/ise/ama)