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Adidas verabschiedet sich aus dem Golf-Geschäft

Golf-Spieler Sergio Garcia: Sein Ausrüster Adidas verkauft die Golf-Sparte.   Keystone

Adidas verkauft den Grossteil seines Golf-Geschäfts. Für den deutschen Sportartikel-Giganten hat sich das Engagement im Golfsport nicht ausbezahlt.

Veröffentlicht am 11.05.2017

Der Sportartikelhersteller Adidas wird den Grossteil seiner Golf-Sparte an einen Finanzinvestor los. Das Geschäft mit Golfschlägern, -taschen und -bällen der Marken Taylormade, Adams Golf und Ashworth geht an die US-Beteiligungsgesellschaft KPS Capital Partners, wie Adidas mitteilte.

Allerdings muss die Nummer zwei der Sportartikel-Branche bei dem Verkauf einen Verlust von möglicherweise mehr als 100 Millionen Euro hinnehmen, der in diesem Jahr zu Buche schlägt. KPS zahlt nur die Hälfte des vereinbarten Kaufpreises von 425 Millionen Dollar (391 Millionen Euro) in bar, den Rest teilweise mit einer besicherten Anleihe.

Einstieg im 1998

Adidas hatte Taylormade 1998 – noch vor dem Höhepunkt des Golf-Booms – zusammen mit dem französischen Skihersteller Salomon gekauft.

Als Salomon wieder verkauft wurde, blieb das Golf-Geschäft im Konzern. In Spitzenzeiten hatte Adidas damit 1,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, 2016 lag er nur noch bei 892 Millionen Euro.

Einige Artikel bleiben im Sortiment

Operativ schrieb die Sparte leicht rote Zahlen, darüber hinaus schlugen aber Restrukturierungskosten zu Buche. Adidas trennt sich nicht vom ganzen Golf-Geschäft: Schuhe und Sportkleidung unter der Marke Adidas Golf bleiben als Teil der Sparte Heartbeat Sports im Konzern.

Der Taylormade-Verkauf hatte sich hingezogen: Angekündigt worden war er vor rund einem Jahr noch von Herbert Hainer, dem Vorgänger von Vorstandschef Kasper Rorsted. Einen Käufer sucht Adidas auch für das Eishockey-Geschäft CCM Hockey.

Taylormade ohne Einfluss auf den Gewinn

Auf die Gewinnprognose für 2017 hat die Trennung von Taylormade keinen Einfluss: Rorsted hatte sie wohlweislich für das verbleibende Geschäft formuliert, das unter dem Strich bis zu 1,23 Milliarden Euro Gewinn abwerfen soll.

(reuters/mbü)

 

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