ELEKTRONISCHE.

AGENDEN.

Filme wie Woody Allens «Manhattan», Arthur Hills «Filofax» oder «You’ve got mail» mit Tom Hanks und Meg Ryan könnten heute so nicht mehr gedreht werden – sie stehen für einen heute veralteten Stand der Technik und der Mobilität im Alltag. Woody Allen musste von jedem Restaurant noch seine Gesprächspartner anrufen und ihnen sagen, wo er erreichbar sein würde. Bei «Filofax» wurden Termine und Rendez-vous fein säuberlich auf Papier eingetragen. Und bei « You’ve got mail» mussten die Hauptdarsteller ins Büro, um sich ihre Nachrichten zu schicken.

Ein Film wie «Blackberry», «Smartphone» oder «Nokia» ist noch nicht gedreht worden. Dabei stehen solche Produkte- oder Markenbezeichnungen heute dafür, wie Mobilität, Erreichbarkeit, Austausch von Nachrichten und Terminplanung verbunden werden können. Elektronische Agenden gibt es nicht als Einzelgeräte, sie sind als Zusatzfunktionen in vielen Smartphones und Blackberries integriert worden.

Nokia E61i – schlanker und ranke

Das Nokia-Modell E61i erweist sich als exzellentes Smartphone mit einem ausreichend grossen Monitor und 16 Mio Farben. Das Betriebssystem ist laut Power-Usern auch hinreichend stabil, es gibt reichlich Zubehör. Gegenüber dem Vorgängermodell ist das Gerät etwas verschlankt worden. Eine 2-Megapixel-Kamera ist eingebaut. Die Qwertz-Tastatur ist leichtgängig, obwohl die Knöpfe klein geraten sind. Wichtig sind die Kompatibilität mit den meisten E-Mail- und Instand-Message-Diensten und die Kalender-Synchronisiermöglichkeiten mit den einschlägigen, auf fest installierten Rechnern üblichen Kommunikationssuiten. Hinzu kommt die Möglichkeit, VoIP verwenden zu können. Testberichte weisen auf ausreichend lange Akku-Nutzungszeiten hin. Nachteile sind der fehlende 3,5-G-Stand (HSDPA), zudem sind einige Navigationstasten schwierig zu bedienen.

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Motorola Q9m – total vernetzt

Beim Motorola-Modell Q9m ist ein attraktives Design mit einer vollwertigen Qwertz- bzw. Qwerty-Tastatur vereinigt worden. Das Smartphone läuft mit dem Windows-6-Handy-Betriebssystem, es hat eine integrierte Bluetooth-Schnittstelle und kommt auch mit 3,5-Netzen klar. Gegenüber dem Vorgängermodell wurden Tastatur-Design und das Betriebssystem verbessert. Ebenfalls ausgebaut wurden die Multimedia-Möglichkeiten. Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck und ist laut Herstellerangaben kratzfest – auch wenn das schwer überprüfbar ist. Etwas kurzlebig ist der Akku, gerade für Vielnutzer. Die entsprechende Anzeige ist zudem ungünstig geeicht – das Gerät stellt unter Umständen unvermittelt ab, wenn sich der User noch sicher wähnt, einen Anruf machen zu können. Zudem fehlt eine 3,5 mm- Audiobuchse, mit der Kopfhörer und weiteres Zubehör angeschlossen werden könnten.

Blackberry – mehr als Kultstatus

Kultstatus haben die älteren Blackberry-Modelle des kanadischen Herstellers Research-in-Motion (RIM) aufgrund ihres an der Seite angebrachten Navigationsrädchens erhalten. Es gibt etliche User, die dieses bei den jüngeren Modellen vermissen, die noch über Knöpfe gesteuert werden. Der Blackberry 8320 Curve steht hinsichtlich des Gehäusedesigns in der Tradition der älteren Modelle: Exzellentes Design, breit und flach, mit einer vollwertigen Qwert-Tastatur und einigen neuen Softwarefunktionen. Bei diesem Smartphone ist auch eine 2-Megapixel-Kamera integriert. Wenn bei sensitiven Firmenbesichtigungen bis vor kurzer Zeit Blackberries, anders als Mobiltelefone, aufgrund der fehlenden Kamera (und Fotografiermöglichkeit) mitgenommen werden konnten, entfällt durch diese Kamera der Vorteil der jederzeitigen Erreichbarkeit auch unter erschwerten Bedingungen. Der Curve weist als Schwachpunkte die fehlende 3G- und WiFi-Kompatibilität auf. 3G-Chips und die entsprechenden Sender und Empfänger benötigen recht viel Strom, bei RIM arbeitet man laut Analysten deshalb an einer eigenen, besseren Lösung, welche diese Nachteile kompensieren soll. Und mit dem Fotoapparat ist es auch nicht möglich, kurze Videos zu drehen. Wem der Curve zu gross ist, dem bietet RIM das Modell Pearl an. Es ist schmaler, erinnert eher an ein breites Handy, und die Tastatur wird auch eher wie bei einem Handy bedient. Verbessert wurde die Batterielebensdauer. Nachteile sind ein relativ kleiner Speicher und einige kleine Softwaremängel. Beiden Blackberry-Modellen merkt man die Herkunft aus dem Hause RIM und die fehlende Tradition der Verarbeitung von HTML-Internetdaten an. Das Nokia-Modell kam problemlos mit beliebig angesteuerten Webseiten, die für Börsen- und Wirtschaftsinteressierte wichtig sind, klar. Die beiden Blackberry-Modelle erwiesen sich im Vergleichstest hier als unterlegen – der Bildaufbau dauerte länger und war dann fehlerhafter.

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