Egal, ob im Briefkasten oder als Unterbrechung eines spannenden Films – Werbung ist meist lästig. Besonders nervtötend finden viele Nutzer Werbung auf Webseiten, die sich bewegt und blinkt. Weltweit verwenden daher Millionen Menschen einen Werbeblocker, um der Online-Reklameflut zu entrinnen. Die Anzeigen werden in ihrer Ansicht ausgeblendet, der Nutzer hat Ruhe. Schlecht ist das Geschäft nur für den Webseitenbetreiber und die Anzeigenkunden: Dem einen entgehen Einnahmen, der andere bekommt seine Botschaft nicht zum Publikum.

Einer der Anbieter eines solchen Werbeblockers ist das deutsche Unternehmen Eyeos. Es bietet die kostenlose Programmerweiterung «Adblock Plus» für verschieden Browser wie Firefox und andere an. Das Geschäftsmodell der Firma ist bizarr: Sie verdient daran, für ausgewählte Unternehmen den Werbeblocker zu deaktivieren. Das heisst, sie bietet Internet-Nutzern den Gratis-Werbeblocker. Und einzelne Firmen, damit sie davon ausgenommen sind. Dafür zahlen sie einen individuell ausgehandelten Betrag und müssen sich an bestimmte Vorgaben halten, damit ihre Werbung als «akzeptabel» gilt.

Misstrauen gegenüber dem Geschäftsmodell

Den Nutzer soll unter diesem Label nur unaufdringliche Werbeformate begegnen. Zu den Unternehmen, die ihre auf diese Art freischalten lassen, zählen Internetgiganten wie Amazon, Google und neu auch Microsoft.

Eyeos stösst mit seinem Geschäftsmodell häufig auf Kritik. Denn der Werbeblocker wird durch die «akzeptable Werbung» selber zu einem Zwischenhändler für Anzeigen. Mit dem Unterschied, dass bei Eyeos nur ausgewählte Werbung zu sehen ist. Aber im Endeffekt finanziert sich der Werbeblocker ebenfalls von Werbegeldern. Darin sehen Kritiker auch einen Interessenkonflikt.

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Werbung restlos ausschalten

Wichtig für Nutzer zu wissen: Wenn sie den Adblocker von Eyeo installieren, stimmen sie standardmässig zu, dass ihnen «akzeptable Werbung» angezeigt wird. Sie können aber restlos alle Werbung ausblenden, indem sie eine Einstellung verändern. Dafür müssen sie bei den «Adblock Plus Optionen» im Reiter «Filterlisten» den Haken bei «Einige aufdringliche Werbung zulassen» entfernen (siehe unten).