FUNDS OF HEDGE FUNDS.

Es zahlt sich in der Regel aus, wenn sich Anleger, bevor sie in einen Fund of Hedge Funds investieren, zunächst gründlich informieren. Niemand würde es Ihnen nachtragen, wenn Sie zu dem Schluss kämen, dass gleich aussehende Anlageprodukte auch tatsächlich gleich sind. Funds of Hedge Funds unterscheiden sich jedoch in der Regel in einigen wichtigen Merkmalen voneinander. Damit Sie einen Fonds auswählen, der zu Ihren eigenen Anlagebedürfnissen passt, und Sie im Nachhinein keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie sich unbedingt erst die Unterschiede vor Augen führen, bevor Sie einen Vergleich anstellen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Hausaufgaben machen und das Kleingedruckte lesen, das heisst – mit anderen Worten – eine Due-Diligence-Prüfung durchführen müssen.

Funds of Hedge Funds unterscheiden sich in der Regel durch sechs zentrale Faktoren. Wenn Sie diese berücksichtigen, schaffen Sie die Basis für eine objektive Beurteilung der Fonds nach vergleichbaren Kriterien.

Anlagestrategie

Es ist wichtig, die einzelnen Parameter zu verstehen, die eine Anlagestrategie beeinflussen. So gibt es Dachfondsmanager, die sich beispielsweise nur für Zielfonds interessieren, die eine bestimmte Strategie verfolgen (z.B. Equity Hedge) oder ausschliesslich in eine bestimmte Region (z.B. die USA) investieren. Ausserdem haben Fondsmanager oft spezifische Anforderungen an Performance, Volatilität, Volumen und Risiko der Zielfonds. Da sich diese Parameter beliebig kombinieren lassen, entstehen schliesslich unzählige Anlagestrategien. Die Anleger stehen deshalb vor einer schwierigen Wahl. Funds of Hedge Funds investieren in Zielfonds, die meist entweder auf Modellen basierende Bewertungsprozesse («mark to model») oder auf realistische Marktpreise («mark to market») zurückgreifen. Die jüngste Kreditmarktkrise hat jedoch die Risiken deutlich gemacht, die das «mark to model»-Preisfindungsverfahren birgt. Wie viele Anleger schmerzlich erfahren mussten, können fehlerhafte Modelle zu Preisen führen, die erheblich von den tatsächlichen Marktpreisen abweichen. Das Portfoliorisiko steigt demzufolge stark an und die Aussagekraft der wichtigsten Risikostatistiken wird eingeschränkt. Anleger sollten Funds of Hedge Funds, die in grösserem Umfang eine modellbasierte Preisfindung in ihren zugrunde liegenden Fonds zulassen, zwar nicht grundsätzlich ausschliessen. Etwas mehr Vorsicht ist jedoch durchaus angebracht. Anleger sollten sich ausserdem davon überzeugen, dass Liquidität und Rücknahmebedingungen eines Fund of Hedge Funds den Konditionen seiner Zielfonds entsprechen. Ein Dachfonds sollte jederzeit in der Lage sein, Anlegern ihr Vermögen innerhalb der vertraglich zugesicherten Rücknahmefrist zurückzuerstatten, ohne die eigene Anlagestrategie in Gefahr zu bringen oder den Interessen der ausscheidenden bzw. verbleibenden Anteilseigner zu schaden. Typische Hinweise darauf, dass sich ein Fondsmanager gegen Liquiditätsrisiken absichert, sind einerseits die Rücknahmelimitierung (Gate), die das Gesamtkapital, das an einem Tag abgezogen werden darf, beschränkt, und andererseits Sperrfristen, die Rücknahmen innerhalb bestimmter Zeiträume ausschliessen.

Operative Risikostandards

Funds of Hedge Funds unterscheiden sich zudem sehr deutlich in Bezug auf ihre Analyse operativer Risiken. So prüfen manche Fonds beispielsweise besonders gründlich, wie die Rechnungslegung eines Zielfonds aussieht und ob sie rechtlich und strukturell einwandfrei ist. Andere konzentrieren sich bei der Ausübung ihrer operativen Due Diligence auf Details der Handelsprozesse und auf Aspekte der Verwahrung durch die Depotbank. Jeder Ansatz beruht auf unterschiedlichen Anlagekriterien und führt dementsprechend zu unterschiedlichen Endprodukten. Um einzuschätzen, wie selektiv ein Anlageprozess tatsächlich ist, sollten Anleger die Kriterien und Standards des operativen Risikoteams eines Fonds genau überprüfen. In der jüngsten Vergangenheit ist das Hedge-Fonds-Universum rapide gewachsen. Daraus folgt, dass das Research noch nie zuvor eine derart wichtige Rolle bei der Anlage in Funds of Hedge Funds gespielt hat. Die zur Verfügung stehenden Research-Ressourcen eines Fund of Hedge Funds haben unmittelbaren Einfluss darauf, wie tief und wie breit ein Fonds sein Anlageuniversum beobachten und analysieren kann. Je tiefgreifender ein Fonds sein Anlageuniversum prüfen kann, umso grösser sind die Chancen, dass er auch die besten Talente der Branche aufspüren wird. Ein Fonds, dem nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um ein spezielles Team für die operative Due Diligence zu unterhalten, setzt seine Anleger dagegen unnötigen Risiken aus.

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Transparenz

Schliesslich kann es erhebliche Unterschiede darin geben, wie umfangreich die Berichterstattung und wie gross die Transparenz sind, die ein Fund of Hedge Funds von seinen Zielfonds einfordert. Für einige Fonds gilt von Anfang an eine umfassende Due Diligence der Manager sowie ein kontinuierlicher, offener und transparenter Informationsfluss als Mindestvoraussetzung für eine Investition. Andere mögen sich mit weniger häufigen und weniger umfangreichen Informationen begnügen und stattdessen auf eine reine Renditeanalyse setzen, um sicherzustellen, dass sich eine Anlage weiterhin ihren Anforderungen entsprechend entwickelt. Die Vorgaben eines Fonds in Bezug auf die Transparenz der Zielfonds hat in jedem Fall Konsequenzen für das zur Verfügung stehende Anlageuniversum und beeinflusst deshalb auch das Anlageprofil. Anleger, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und deshalb die wichtigen Unterschiede der Funds of Hedge Funds kennen, sollten in der Lage sein, die Vor- und Nachteile der einzelnen Produkte zu bewerten. Eine Due Diligence hilft dabei, einen sinnvollen Vergleich der verschiedenen Produkte anzustellen. So laufen Anleger nicht Gefahr, einen der schlimmsten Investmentfehler schlechthin zu machen und sich ausschliesslich auf Performancestatistiken zu berufen. Zwar können auch gut informierte Anleger ihre Anlageerträge nicht vollständig beeinflussen, ihr Wissen sollte sie aber zumindest vor bösen Überraschungen bewahren.