Die Finanzgesellschaft Aevis gibt sich zwei Monate nach der Übernahme von vier Luxushotels in der Schweiz optimistisch. Aevis will nun jedes einzelne Hotel der Gruppe Victoria Jungfrau Collection (VJC) neu positionieren.

Nun müsse man sich auf die Stärken der vier Hotels in Interlaken, Luzern, Bern und Zürich konzentrieren, sagte Aevis-Verwaltungsrat Antoine Hubert vor den Medien im ebenfalls zur Gruppe gehörenden Hotel Bellevue Palace in Bern. Jedes Hotel sei ein Fall für sich.

Zimmer 50 Prozent ausgelastet

Beim Hotel Eden au Lac in Zürich und beim Aushängeschild Victoria-Jungfrau in Interlaken befinde man sich bereits auf gutem Weg, sagte der Westschweizer Financier. Die Zimmer seien bei diesen Hotels leicht über 50 Prozent ausgelastet.

Doch müsse in Zürich der Umbau des Eden au Lac vorangetrieben werden, da es in dieser Stadt andere Luxushotels gebe, gegen die man sich behaupten müsse, sagte Hubert weiter. In Interlaken erhofft sich der VJC-Geschäftsführer Beat Sigg zusätzlichen Schwung von einem neuen Management des Hotels ab Mitte Juni, wie er sagte.

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Anlass zur Sorge geben hingegen das Palace in Luzern sowie das Bellevue Palace in Bern. In Luzern beträgt die Zimmerbelegung 48 Prozent. In Bern sackte sie unter anderem wegen der Eröffnung des Konkurrenz-Hotels Schweizerhof sogar auf 38 Prozent.
«Der Markt Bern muss international präsenter werden», sagte Sigg. Erreicht werden solle dies mit einem besseren Marketing oder mit mehr internationalen Konferenzen in der Bundesstaat.

Im Vorjahr Verlust

Die Betriebsgesellschaft VJC hat 2013 bei einem Umsatz von 72,2 Millionen Franken einen Verlust von 2,8 Millionen Franken erwirtschaftet. Im Vorjahr hatte das Minus 2,2 Millionen Franken betragen.

Die hauptsächlich in Privatspitäler investierende Finanzgesellschaft Aevis steigerte den Umsatz 2013 um fast ein Drittel auf 454,7 Millionen Franken. Mit dem Kauf der Victoria-Jungfrau-Hotels soll der Umsatz in diesem Jahr auf über 600 Millionen Franken steigen. Der Reingewinn erhöhte sich im letzten Jahr von 3,3 Millionen Franken auf 8,7 Millionen Franken.

(awp/me/sim)