Die AFG Arbonia-Forster-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2015 unter der Frankenstärke gelitten und hohe Wertberichtigungen vorgenommen. Das Unternehmen plant eine Kapitalerhöhung um rund 200 Millionen Franken und will weitere Produktionseinheiten in das europäische Ausland verlagern, heisst es in einer Medienmitteilung. Auch der Ausblick für das Gesamtjahr fällt gedämpft aus.

Der Umsatz sank um 4,9 Prozent auf 425,1 Millionen Franken und der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda brach um 38 Prozent auf 16,1 Millionen ein. Wertberichtigungen führten zu einem deutlich negativem Ebit, wo ein Verlust von 125,4 Millionen ausgewiesen wurde, nach einem Gewinn von 5,8 Millionen im Vorjahr. Der Nettoverlust weitete sich auf 132,6 Millionen aus, verglichen mit zuvor -2,6 Millionen.

Wertberichtigungen belasten

Das Ergebnis wurde durch Wertberichtigungen in Höhe von 122,5 Millionen Franken belastet. Die organische Umsatzentwicklung von -4,6 Prozent wird vom Unternehmen als enttäuschend bezeichnet. Als Grund wird der anhaltende Kosten- und Importdruck im Schweizer Markt genannt. Das Unternehmen plant Produktionsverlagerungen ins europäische Ausland bei den beiden Divisionen Gebäudehülle und Gebäudetechnik um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Zudem wird der deutsche Fensterproduzent Wertbau erworben, um Zugang zum grössten europäischen Fenstermarkt zu erhalten.

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Die Ergebnisse lagen bei Umsatz und Ebitda knapp über den Prognosen der Analysten, Bei EBIT und Reinergebnis aufgrund der Abschreibungen deutlich darunter. Es wurde ein Umsatz von 422,9 Millionen Franken, ein Ebitda von 12,3 Millionen ein Ebit von -5,5 Millionen und ein Reinverlust von 14,3 Millionen erwartet.

Die Entwicklung in den Divisionen fiel unterschiedlich aus. Im ersten Halbjahr 2015 konnte die Division Gebäudetechnik ihren Umsatz trotz des herausfordernden Umfelds um 0,6 Prozent auf 217,7 Millionen Franken steigern, auch durch die zugekaufte italienische Sabiana. Bereinigt ging der Umsatz jedoch um 2,9 Prozent zurück. Die Division Gebäudehülle musste beim Umsatz und beim Ebit einen Rückschlag hinnehmen: Der Absatz der Sparte sank auf 135,9 (Vorjahr 163) Millionen, der Ebit war mit -12,3 (Vorjahr -0,9) Mio erneut negativ. Die Division Gebäudesicherheit steigerte hingegen den Umsatz um 7,6 Prozent auf 71,3 Millionen Franken, während der Ebit auf 1,4 (Vorjahr 2,7) zurückfiel.

Ausblick gedämpft

Die verschiedenen Massnahmen und Sondereinflüsse wie auch das anhaltend anspruchsvolle Markt- und Währungsumfeld belasten den Gesamtjahresausblick. So geht das Management aktuell von einem Umsatz in der Grössenordnung von 900 bis 940 Mio und einem operativen Ebitda von über 50 Millionen Franken aus. Unter dem Strich wird mit einem Konzernverlust von ca. 160 bis 190 Millionen Franken gerechnet, welcher negative Einmaleffekte von rund 160 Millionen beinhaltet. Die Nettoverschuldung soll sich durch die geplante Kapitalerhöhung auf 50 Millionen reduzieren, so die Mitteilung.

Mit Blick nach vorne geht AFG für 2018 von einen Umsatz von über 1 Milliarde Franken und einen Ebitda von über 100 Millionen aus. Zudem will das Management einen substanziellen Free Cash Flow generieren. Damit solle voraussichtlich ab 2018 die Basis für die Dividendenfähigkeit wiederhergestellt sein. Mittelfristig prognostiziert die Gruppe ein Nettoverschuldungsgrad auf Basis des operativen Ebitda von unter 1.5x, und eine Eigenkapitalquote von über 40 Prozent.

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(awp/chb)