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Agrarpolitik
OECD-Studie widerspricht den Bauern

Milchwirtschaft: Bauern fürchten wegen geplantem Zollabbau um ihre Existenz. Quelle: Keystone

Der Grenzschutz verpufft ohne Wirkung: Statt den Bauern profitieren Grossverteiler und Verarbeiter.

David Vonplon
Von David Vonplon
06.12.2017

Ohne wirksamen Grenzschutz werde es in der Schweiz bald kaum mehr eine landwirtschaftliche Lebensmittelproduktion geben, warnen Bauernvertreter. Eine bislang noch unveröffentlichte Studie der OECD, die der «Handelszeitung» vorliegt, widerspricht dieser Befürchtung. Sie kommt zum Schluss, dass die einheimische Produktion von Fleisch, Getreide, Gemüse und  anderen Agrarprodukten wegen der hohen Schutzzölle zwar gesteigert wird. Doch auch bei einer vollständigen Marktöffnung würden mehr als 85 Prozent der heutigen Produktion im Inland bestehen bleiben.

Aus Sicht der OECD verfehlt der Grenzschutz insbesondere das Ziel, die Einkommen der Bauern zu sichern. Nutzniesser der hohen Schutzzölle seien nicht in erster Linie die Bauern, sondern die vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette – namentlich Einzelhändler wie Migros und Coop. Die OECD empfiehlt deshalb eine Abkehr von der heutigen Abschottungspolitik.

Beim Bundesamt für Landwirtschaft teilt man diese Stossrichtung. «Der Grenzschutz weist grosse Streuverluste auf», erklärt Direktor Bernard Lehmann. Es würde deshalb Sinn machen, den Grenzschutz zumindest teilweise durch ein effizienteres Instrument abzulösen. Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands, bezeichnet die Befunde der OECD derweil als Behauptungen ohne jede Grundlage.

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