Der für sein aggressives Finanzgebaren bekannte Investor Carl Icahn hat nach seinem Einstieg beim US-Autovermieter Hertz drei Sitze im Aufsichtsrat erhalten. Ziel sei nun die Ernennung eines neuen Unternehmenschefs, der Hertz wieder zu altem Glanz verhelfen könne, erklärte Icahn am Donnerstag. Die Hertz-Aktie stieg nachbörslich um mehr als vier Prozent. Icahn war Ende August mit 8,5 Prozent bei dem Autovermieter eingestiegen.

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Icahn ist dafür bekannt, als sogenannter aktiver Investor starken Einfluss auf Firmen zu nehmen, an denen er sich beteiligt.Bei Hertz war Icahn offenbar rasch erfolgreich: Seine Kandidaten Vincent J. Intrieri, Samuel Merksamer und Daniel A. Ninivaggi ziehen als «unabhängige Direktoren» in den Verwaltungsrat ein und verdrängen dafür drei alte Kräfte. Im Gegenzug will Icahn darauf verzichten, auf der nächsten Jahreshauptversammlung einen Aktionärsaufstand zu proben.

Hertz-Chef Fissora zurückgetreten

Erst am Montag war der langjährige Hertz-Chef Mark Fissora zurückgetreten. Bislang gibt es nur einen Interims-Nachfolger. Zwei von Icahns Direktoren gehören zu den Kandidaten für den Chef-Posten.

Bei Hertz läuft es derzeit nicht rund. Wegen verschiedener operativer Probleme und Kosten für Bilanzkorrekturen der vergangenen drei Jahre kappte der US-Autovermieter seine Gewinnziele für das laufende Jahr. Zudem machte Hertz auch der Rückruf zahlreicher Autos zu schaffen, weil dadurch die Flotte in den USA verkleinert wurde.

(awp/sda/me)