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Aufbruch
Air Berlin plant offenbar den Neustart

Air Berlin plant den Neustart
Flugzeuge von Air Berlin: Der Konzern baut um.   Keystone

Die Billig-Fluglinie kämpft seit langem mit Verlusten. Nun will sie sich laut Insidern komplett neu aufzustellen. Die treibende Kraft hinter den Plänen sind arabische Investoren.

Von Dominic Benz
2014-03-20

Deutschlands zweitgrösster Airline und die zweitwichtigste Kundin des Flughafens Zürich scheinen grosse Umbau-Pläne bevorzustehen. Der Konzern hatte die auf Donnerstag beraumte Veröffentlichung der Jahresbilanz kurzfristig um eine Woche verschoben.

Grund sind Verhandlungen über die Zukunft der Airline. «Wir führen derzeit fortschgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden», teilte der Konzern mit. Mehr war nicht zu erfahren.

Araber haben keine Geduld mehr

Hinter den Kulissen rumort es scheinbar gewaltig. Gegenüber dem «Manager Magazin» berichten Insider, dass die schwer angeschlagene Air Berlin einen Neustart plane. Der Konzern wolle die Börse verlassen und mit frischem Kapital und einer neuen Konzernstruktur von vorne anfangen. 

Treiber hinter den Plänen ist offenbar der Grossaktionär Etihad Airways aus Abu Dhabi. Die Araber halten knapp 30 Prozent. Gemäss «Manager Magazin» haben die Araber keine Geduld mehr. Sie wollen den Konzern so schnell wie möglich wieder auf die Beine bringen.

Die letzten finanziellen Zustupfer verpufften fast ohne Wirkung. Auch im letzten Jahr dürfte der Konzern tiefrote Zahlen geschrieben haben. Mit der neuen Gesellschaftsstruktur hätten die Araber offenbar deutlich mehr das Sagen als vorher – auch ohne eine Erhöhung der Anteile. 

Beteiligung an Schweizer Airline

Laut Branchenkennern könnte sich Air Berlin in zwei Gesellschaften aufteilen, so das «Manager Magazin». Unter dem einen Dach wären der Europaverkehr und das Touristen-Geschäft vereint. Unter dem anderen die Zubringerdienste nach Abu Dhabi. Damit wäre auch der wichtigste Knotenpunkt von Etihad bedient. Die Araber sind scheinbar auf Partner angewiesen, um das eigene Langstreckennetze mit Passagieren zu bewirtschaften. 

Etihad ist nicht nur an Air Berlin beteiligt. Im November 2013 hatten die Araber über 30 Prozent der Anteile an der Schweizer Darwin Airline übernommen. Sie wurde in «Etihad Regional» unbenannt.

 

 

 

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