Die schweizerische Belair muss offenbar weitere acht Millionen Euro an Kosten einsparen, sonst droht ihr im schlimmsten Fall das Aus. Das berichtet das Schweizer Luftfahrtportal «Austrian Aviation». Der Mutterkonzern Air Berlin hält sich noch bedeckt, ein Sprecher räumte jedoch ein, «dass es auch bei Belair zu Anpassungen kommen» werde. Laut Bericht soll das Sparprogramm «ausnahmslos alle Belair-Mitarbeiter betreffen».

Die Frage, ob eine Schliessung der Belair in Erwägung gezogen werde, wollte die deutsche Fluglinie nicht beantworten: Die Gruppe befinde sich in einem «Neustrukturierungsprozess». Dazu wolle man erst in den kommenden Wochen Auskunft geben, so der Sprecher.

15 Prozent weniger für Piloten, 10 Prozent für Flugbegleiter

Wie das Luftfahrtportal berichtet, hätten sämtliche Belair-Mitarbeiter bereits im vergangenen Dezember ein Moratorium unterzeichnen müssen, das den Verzicht auf Lohnerhöhungen bis November dieses Jahres vorsehe. Weiter heisst es, dass die Belair-Geschäftsleitung den Auftrag erhalten habe, die Personalkosten auf Basis 2013 um acht Millionen Euro zu senken.

In der Praxis soll das laut Bericht offenbar so aussehen: Piloten und Kaderpersonal sollen künftig 15 Prozent weniger verdienen, Flugbegleiter und Bodenpersonal 10 Prozent. Die Bezüge der Geschäftsleiter sollen um 20 Prozent runter. Darüber hinaus sollen fünf der 43 Kapitäne gehen, den den 37 First-Officers sollen drei das Unternehmen verlassen. Und der Bestand der Flugbegleiter soll laut «Austrian Aviation» auf 52 Seniors und 96 Kabinenmitglieder gesenkt werden. Selbst in der IT werde eine Stelle gestrichen.

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Auflösung bestehender Kollektivverträge

Auch zu den Lohnsenkungen wollte sich der Air-Berlin-Sprecher nicht äussern, der Konzern wolle alle bestehenden Verträge jedoch einhalten. Laut Bericht fordert Air Berlin auch die Auflösung bestehender schweizerischer Kollektivverträge für die Tochter Belair, das hiesse demnach aber: «Sollte das Ziel nicht erreicht werden, so soll das Unternehmen sogar geschlossen werden.»