Deutschlands zweitgrösste Fluggesellschaft Air Berlin will die Zahl ihrer Flugzeuge bis Sommer 2012 von 170 auf 152 senken. Die Flugleistung soll aber nur um 4 Prozent fallen, teilte das Unternehmen mit. Mit dem Massnahmenpaket, das den Namen «Shape & Size» trägt, will das Unternehmen das operative Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern.

Der neue Konzernchef Hartmut Mehdorn kündigte eine rigorose Überprüfung der Sparmöglichkeiten an: «Um die Zukunft des Unternehmens langfristig sicherzustellen und Air Berlin zu alter Stärke zurückzuführen, werden wir in den kommenden Monaten ausnahmslos alle Bereiche des Unternehmens auf den Prüfstand stellen», hiess es in einer Mitteilung. «Wir bewegen uns derzeit in einem turbulenten Umfeld, sowohl hinsichtlich des Wettbewerbs als auch konjunkturell.» Allerdings solle weder am Kunden noch am Service oder an der Sicherheit gespart werden.

Die wichtigsten Flugdrehkreuze würden in Zukunft die Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Wien und Palma de Mallorca darstellen. Zu den Auswirkungen der angekündigten Massnahmen auf die von der deutschen Fluggesellschaft bedienten Flughäfen Zürich und Basel konnte Mehdorn noch keine Auskunft geben.

Zweitwichtigste Gesellschaft in Kloten

2010 zeichnete Air Berlin für 6,9 Prozent des über den Flughafen Zürich abgewickelten Passagierverkehrs verantwortlich. Sie war damit hinter der Swiss, deren Anteil 56,2 Prozent beträgt, die zweitwichtigste Gesellschaft in Kloten.

Das bisherige Geschäftsmodell steht nach Mehdorns Worten nicht infrage. Branchenexperten hatten zuletzt jedoch Zweifel an der Ausrichtung geäussert. Air Berlin bringt Urlauber für Reiseveranstalter nach Mallorca und Ägypten, aber auch Geschäftsleute nach London. Dabei eifert das Unternehmen nicht Billigfliegern nach, die für jede Zusatzleistung eine Extra-Gebühr verlangen. Sie will aber auch keine klassische Fluggesellschaft wie die Lufthansa sein.

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Seit Anfang September lenkt der frühere Bahnchef Mehdorn die Airline, die sich seit einiger Zeit in Turbulenzen befindet. Die Fluggesellschaft steuert das vierte Jahr in Folge einen Verlust an. Der langjährige Vorstandchef Joachim Hunold hatte sein Amt zum 1. September niedergelegt.

(tno/kgh/awp/sda)