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Zimmervermittler
Airbnb annulliert tausende Buchungen in Japan

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Airbnb: Der Übernachtungsvermittler ist in Japan umstritten.Quelle: Keystone

Airbnb hat tausende Buchungen in Japan annulliert. Grund ist ein neues Gesetz. Auch in China ist der Online-Dienst im Visier der Behörden.

Von Gabriel Knupfer
am 08.06.2018

Wer im Juni in Japan eine Airbnb-Unterkunft gebucht hat, muss sich womöglich eine neue Bleibe suchen. Der Online-Dienst hat wegen eines neuen Gesetzes tausende Buchungen annulliert. Konkret betroffen sind alle Gäste welche zwischen dem 15. und 19. Juni bei einem nicht-registrierten Gastgeber gebucht haben.

Die Zahl der Betroffenen dürfte hoch sein, weil sich die japanischen Gastgeber erst seit Mitte März registrieren können. Zudem unterliegen die Unterkünfte den gleichen Sicherheitsregeln wie Hotels und müssen zum Beispiel über Notausgänge verfügen. Das Techportal Digital Trends geht davon aus, dass rund 80 Prozent der gelisteten Unterkünfte in dem Land betroffen sind.

10 Millionen Dollar bereitgestellt

Am 1. Juni gab die Regierung bekannt, dass alle Hosts bis zum 15. Juni ihre Lizenz vorweisen müssen, um aktiv zu bleiben. Laut BBC hat Airbnb 10 Millionen Dollar als Soforthilfe für Reisende bereitgestellt, die nun kurzfristig ihre Pläne ändern müssen.

«Wir wissen, dass das stinkt - und das ist noch untertrieben», so Airbnb. «Japan ist ein grossartiges Reiseland und wir wollen unseren Gästen helfen, möglichst gut mit dieser Behinderung zurechtzukommen.» Dennoch gab es für den Dienst offenbar keine andere Lösung als die Buchungen komplett zu stornieren.

In Japan haben Kurzzeitunterkünfte wie Airbnb wegen einem grausamen Mordfall im Februar zuletzt viel negative Medienaufmerksamkeit bekommen. Ein amerikanischer Tourist hatte eine Japanerin umgebracht und Teile der Leiche in seiner Unterkunft versteckt.

Zusammenarbeit mit chinesischen Behörden

Auch anderswo in Asien, einem der besten Wachstumsmärkte des Dienstes, ist Airbnb zuletzt unter Druck geraten. So sorgte Anfang Jahr die Ankündigung für Aufsehen, dass Airbnb Nutzerdaten mit den chinesischen Behörden teilt. Dazu gehören Buchungsdaten und Passinformationen.

Airbnb verfolgt eine aggressive Wachstumsstrategie und will bis 2028 eine Milliarde jährliche Gäste beherbergen. Die neuen Regeln in China kommentierte der Gigant als «normal». Alle Unternehmen, die in China tätig seien, würden so handeln.

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Anzahl der Airbnb-Inserate weltweit bis 2018.
Quelle: Statista