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Airbus: Fast jeder dritte A380 muss zum Flügelcheck

A380, hier von Emirates: Insgesamt müssen 20 Maschinen zur Überprüfung. (Bild: Keystone)

Die Risse an den Tragflächen von Airbus' A380 sind schlimmer als erwartet. Fast ein Drittel der Flotte muss überprüft werden. Betroffen sind drei Fluggesellschaften. Auch bei Boeing gibt es ein Proble

Veröffentlicht am 20.01.2012

Neu entdeckte Risse an Tragflächen des Airbus A380 haben die Flugsicherheitsbehörden aufgeschreckt. Fast ein Drittel der weltweiten Flotte des Grossraumfliegers muss vorsorglich überprüft werden.

Das hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) am Freitag angeordnet. Die jetzt festgestellten «Risse vom Typ 2» seien «schwerwiegender» als die zunächst gefundenen, teilte die Behörde in Köln mit.

Ein Airbus-Sprecher in Toulouse sagte, bei zwei der Riesen-Flugzeuge seien «Risse vom Typ 2» festgestellt worden und «bei einer Handvoll Flugzeuge «Risse vom Typ 1», die das Unternehmen bereits Anfang Januar erstmals gemeldet hatte.

Singapore Airlines, Emirates, Air France KLM

Betroffen von den angeordneten Kontrollen sind nach Angaben der EASA A380-Maschinen von Singapore Airlines, Emirates und Air France KLM. Überprüft werden müssten 20 Maschinen der frühesten Baureihen, sagte ein Sprecher der Flugsicherheitsbehörde. Airbus hatte insgesamt 67 der Grossraumflugzeuge ausgeliefert. Das weltweit grösste Passagierflugzeug war 2007 in Betrieb gegangen.

Die neu entdeckten «Risse vom Typ 2» in den Tragflächen könnten möglicherweise die bauliche Struktur der betroffenen Flugzeuge beeinträchtigen, teilte die EASA mit. Die angewiesenen Kontrollen sollen in maximal sechs Wochen abgeschlossen sein.

Die ältesten A380 mit mehr als 1800 Flügen müssen laut der Anordnung binnen vier Tagen überprüft werden. Die Anordnung sei eine vorläufige Massnahme, erklärte die Behörde.

747-8 mit Tank-Schwierigkeiten

Auch bei Airbus-Konkurrent Boeing gibt es derweil Probleme. Das berichtet die «Financial Times Deutschland». Demnach darf bei der Passagierversion des Jumbo 747-8, die kurz vor der Auslieferung steht, der zusätzliche Treibstofftanks im Höhenleitwerk, also am Heck des Flugzeugs, nicht genutzt werden. Dies habe Boeing bestätigt.

Der Grund sind demnach Sicherheitsbedenken der US-Flugaufsichtsbehörde FAA. Falls die Tanks mehr als 15 Prozent befüllt seien, könnte es zu gefährlichen Vibrationen in Extremsituationen kommen, schreibt die Zeitung. Boeing wolle das Problem nach eigenen Angaben bis 2013 lösen. Bis dahin würden die Tankleitungen zum Heck komplett unterbrochen.

(tno/chb/sda)
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