Mutmassungen über Spionage in europäischen Unternehmen durch den US-Geheimdienst NSA veranlassen Airbus zu einer Strafanzeige gegen Unbekannt. Das deutsch-französische Unternehmen verlangt zudem Auskünfte von der deutschen Regierung.

Eigene Erkenntnisse zu den Medienberichten über Spionageaktionen hat das deutsch-französische Unternehmen nach eigenen Angaben aber nicht. «Deshalb wollen wir uns nicht an Spekulationen zu den Vorwürfen beteiligen», sagte der Airbus-Sprecher am Donnerstag in München.

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«Wir sind alarmiert»

«Wir sind uns bewusst, dass wir als grosses Unternehmen unserer Branche Ziel und Gegenstand von Ausspähmassnahmen sind. Hier sind wir allerdings alarmiert, weil der konkrete Verdacht der Industriespionage im Raum steht», sagte der Sprecher.

Auslöser des Skandals war ein Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» in der vergangenen Woche. Demnach soll der US-Geheimdienst NSA mit Wissen des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) jahrelang Konzerne wie den Airbus-Vorgänger EADS ausspioniert haben.

Nur vereinzelt Hinweise auf Spionage

Das für den BND zuständige Kanzleramt kritisierte daraufhin den deutschen Auslandsgeheimdienst ungewöhnlich scharf. Zuletzt berichtete die «Süddeutsche Zeitung», in der Affäre gebe es nur vereinzelt Hinweise auf Wirtschaftsspionage.

Ziel der Dienste seien vielmehr hochrangige Beamte in Frankreich und der EU-Kommission gewesen. Über die Strafanzeige von Airbus hatte am Donnerstag zuerst das «Handelsblatt» berichtet.

(sda/ise)