Boeing-Rivale Airbus hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vor Lithium-Ionen-Batterien gewarnt - und das bereits im März 2012. Eine Managerin des europäischen Flugzeugbauers machte demnach bei einer Fachtagung auf Risiken wie Entflammbarkeit und mögliche Explosionen aufmerksam, wie aus Präsentationsfolien hervorgeht, die Reuters vorlagen.

«Die Risiken im Zusammenhang mit Lithium-Batterien verlangen die Aufmerksamkeit der gesamten Branche», hiess es demnach in einem Vortrag der für die Sicherheit des neuen A350 zuständigen Managerin.

Boeings 787 «Dreamliner» darf auf Anordnung der US-Behörden seit Mitte Januar 2013 nicht mehr abheben - wegen Problemen mit eben solchen Lithium-Ionen-Batterien. In Japan musste eine der Maschinen wegen Rauch aus der überhitzten Batterie notlanden. Kurz danach wurden alle bisher ausgelieferten 787 mit einem Startverbot belegt. Zudem hat Boeing bis zur Klärung des Problems die Auslieferung weiterer Flugzeuge gestoppt.

Feuergefährlichkeit in den Schlagzeilen

Erste Ermittlungen hatten die US-Behörden schon kurz zuvor aufgenommen, nach einem Batterie-Feuer an Bord einer 787 auf dem Flughafen von Boston. In der Maschine fand die Transportsicherheitsbehörde National Transportation Safety Board dann Spuren eines Kurzschlusses und einer gefährlichen chemischen Reaktion, die zum Durchbrennen der Batterie führt. Allerdings war vorerst nicht klar, welcher Defekt zuerst vorlag und wodurch er ausgelöst wurde.

Boeing hatte sich beim «Dreamliner» für die modernen Lithium-Ionen-Batterien statt für herkömmliche Batterietechnik entschieden, um das Flugzeug leichter zu machen. Nach dem Zwischenfall in Japan, bei dem eine von zwei eingebauten Batterien geschmort hatte, ist mittlerweile auch der Batteriehersteller GS Yuasa in das Visier von japanischen und amerikanischen Ermittlern geraten.

GS Yuasa gehört zu Japans führenden Herstellern von Lithium-Ionen-Batterien. Die Akkus werden seit Jahren für die Konsumelektronik eingesetzt und sind auch in Elektrofahrzeugen sowie Hybrid-Autos verbaut. Allerdings sorgen die Batterien mitunter durch ihre Feuergefährlichkeit für Schlagzeilen. So musste unter anderem der Elektronikriese Sony einmal Tausende der Akkus zurückrufen.

(tno/chb/sda)

Boeings «Dreamliner»: Pleiten, Pannen, Zürich-Pläne:

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