Die Lufthansa wusste bereits 2009 von einer psychischen Erkrankung des damaligen Flugschülers und späteren Copiloten Andreas L.. Er wird verdächtigt, den Absturz des Germanwings-Flugzeugs absichtlich herbeigeführt zu haben. Alle 150 Insassen des Fluges der Lufthansa-Tochtergesellschaft kamen dabei ums Leben.

Ärztliches Attest

Am Dienstag teilte die Lufthansa mit, L. habe nach einer krankheitsbedingten Unterbrechung seiner Ausbildung die Verkehrsfliegerschule des Unternehmens 2009 über eine «abgeklungene schwere depressive Episode» informiert. Dies sei im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner Ausbildung durch Übersendung medizinischer Unterlagen erfolgt. L. sei damals die erforderliche ärztliche Flugtauglichkeit bestätigt worden, teilte die Lufthansa weiter mit. Die entsprechenden Unterlagen seien im Interesse einer schnellen und lückenlosen Aufklärung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf übergeben worden.

Bergung der Opfer abgeschlossen

Am Absturzort der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen haben die Ermittler die Bergung der Todesopfer abgeschlossen. Es gebe keine Leichen mehr am Absturzort, sagte ein Vertreter der Gendarmerie, Jean-Marc Ménichini, am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP in Seyne-les-Alpes.

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Am Mittwoch sollen Gebirgsjäger vor Ort persönliche Gegenstände der Opfer einsammeln. Auch die Suche nach dem Flugdatenschreiber soll weitergehen.

Frankreichs Präsident François Hollande hatte zuvor in Berlin gesagt, bis Ende der Woche könnten alle 150 Opfer mithilfe von DNA-Proben identifiziert sein.

Der Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings war am Dienstag vergangener Woche in den französischen Alpen abgestürzt. Bisherigen Erkenntnissen zufolge brachte der Copilot das Flugzeug mit 150 Insassen offenbar absichtlich zum Absturz.

(reuters/sda/chb)