Die Aktien des Heiz- und Raumklimaspezialisten Zehnder brechen heute im frühen Geschäft deutlich ein. Am Freitagabend hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung publiziert. Der Geschäftsgang habe sich in den letzten Monaten stärker abgekühlt als erwartet, hiess es seitens der Gruppe zur Begründung für die reduzierten Erwartungen für das Gesamtjahr.

Bis um 11.15 Uhr fallen Zehnder um 13,4 Prozent auf 44,90 Franken zurück (Tagestief bisher 43,90). Gehandelt sind bis anhin bereits über 68'000 Aktien und damit mehr als das Dreifache eines durchschnittlichen Tages. Schon vor der Gewinnwarnung hat die Zehnder-Aktie in den letzten zwei Wochen bereits fast 10 Prozent eingebüsst. Der Gesamtmarkt (SPI) steht zum Berichtszeitpunkt 0,2 Prozent tiefer.

Reingewinn 20 Prozent unter Vorjahr erwartet

Ebit und Reingewinn dürften im Gesamtjahr 2012 rund 20 Prozent unter Vorjahr zu liegen kommen und der Umsatz nur leicht über dem Vorjahr, so Zehnder am Freitag. Im August anlässlich des Halbjahresberichtes ging Zehnder im Bereich Heizkörper mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau, im Lüftungssegment von einer tiefen zweistelligen Zuwachsrate aus. Für die Gesamtgruppe wurde ein Reingewinn im Bereich des Vorjahres und ein Ebit unter dem Wert von 2011 erwartet.

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Zehnder leide offenbar unter dem schwierigen Marktumfeld, was sowohl das Geschäft mit Heizkörpern als auch den Lüftungsbereich betreffe, heisst es in einer Einschätzung der Bank Sarasin. Zudem werde die Kostenstruktur von den Einführungskosten von SAP belastet, was auch das Management überproportional in Anspruch nehmen könnte. Sarasin belässt allerdings das Rating auf «Neutral» und begründet dies mit den überzeugenden Produkten und Dienstleistungen sowie mit der soliden Finanzierung.

Aktie kurzfristig unter Druck

Das rauere Klima in den von der Verschuldungskrise betroffenen Ländern in Europa sowie in China sei einfacher nachzuvollziehen als die schwache Entwicklung in der noch immer von einer soliden Baukonjunktur geprägten Schweiz oder in Deutschland, schreibt die Bank Notenstein. Längerfristig seien die Aussichten für Zehnder zwar nach wie vor intakt, mit einer starken Marktaufstellung und innovativen Produkten, kurzfristig dürfte die Aktie jedoch unter Druck geraten.

Nach dem verhaltenen Semesterergebnis komme die Gewinnwarnung nicht ganz unerwartet, meint die ZKB. Auch die Kantonalbank zeigt sich insbesondere von der Entwicklung in der Schweiz und Deutschland enttäuscht. Offenbar habe der Konkurrenz- und Preisdruck in der Schweiz wegen ausländischer Produkte zugenommen.

(aho/chb/awp)