«Ich hätte bei meiner Wahl in den Verwaltungsrat nur eine kleine Position kaufen und diese dann trotz drohender Verluste behalten sollen», sagt Rainer-Marc Frey im Exklusiv-Interview mit der «Handelszeitung». Er räumt ein, dass er mit seinem Verkauf den Vertrauensverlust verstärkt hat. «Dies tut mir für die UBS und insbesondere für ihre Mitarbeitenden, die eine ausserordentlich gute Arbeit leisten, sehr leid», erklärt er. «Ich möchte mich bei ihnen entschuldigen.»

Einen Rücktritt lehnt der Gründer des Vermögensverwalters Horizon21 ab. «Ich halte es für grundfalsch, jetzt davonzulaufen.» Finanzielle Absichten habe er keine. Darum verzichte er auf sein VR-Honorar. «Ich hatte schon vor meinem Amtsantritt als UBS-VR beschlossen, dass meine gesamten VR-Honorare an meine karitative Stiftung, die Frey Charitable Foundation, gehen.»

Die UBS sei eine sehr sichere Bank. «Ich habe selbst viel privates Geld bei der UBS deponiert.» Zum jetzigen Zeitpunkt brauche die Grossbank kein neues Kapital. «Wenn sich die Finanzmärkte nochmals verschlechtern, ist aber alles möglich», sagt Frey. Zwar habe auch seine Horizon21 die Krise zu spüren bekommen. Dennoch sei sie sehr solide. «Wir sind zu 100% eigenfinanziert, haben keine Kredite und keine Schulden.» Der Abwärtstrend an den Märkten könne noch bis sieben Jahre anhalten. 30 bis 50% der Hedge-Fonds würden mittelfristig aus dem Markt verschwinden.

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Im Vorfeld der a.o. GV vom Donnerstag verzichteten Ex-UBS-Präsident Marcel Ospel und weitere frühere Bankspitzen auf einen Teil ihrer Bezüge.