Laut der «Schweiz am Sonntag» besteht Grund zur Annahme, dass der Airline-Caterer Gategroup nach China verramscht wird. Am Montag hatte Gategroup bekannt gegeben, dass die chinesische HNA-Gruppe die Firma kaufen möchte und der Verwaltungsrat das Angebot unterstützt. Geboten werden 53 Franken pro Aktie.

Hedgefunds-Manager Rudolf Bohli ist das zu wenig: «80 bis 130 Franken wären absolut möglich», sagt Bohli, der den Hedgefund RBR Capital Advisors vertritt – und zusammen mit dem Hedgefund-Partner Cologny Advisors 11 Prozent der Gategroup-Aktien hält. «Wir dürfen nicht zulassen, dass ein marktführendes Unternehmen verhökert wird. Es braucht einen Weissen Ritter.»

Andere mögliche Interessenten

Bohli nennt als mögliche Interessenten andere Catering-Riesen wie die Compass-Group oder Sodexo, aber auch die arabischen Airlines. «Es ist unverständlich, weshalb der Verwaltungsrat nach dem Angebot von HNA nicht aktiv weitere Offerten eingeholt hat.»

Die angebotenen 53 Franken stehen auch im Widerspruch zur Strategie «Gateway 2020», die Schmid erst letzten September verabschiedet hatte. Damit soll bis im 2020 Jahre jährlich die Marge um 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte gesteigert werden und der Umsatz um 3 bis 5 Prozent. «Geht man davon aus, dass diese Ziele erreicht werden», sagt Remo Rosenau, Chefanalyst der Neuen Helvetischen Bank, «dann berechnen wir einen fairen Wert von 70 bis 75 Franken pro Aktie.»

Vertrauen in die eigene Strategie

Gegenüber dem Angebotspreis, den Schmid zur Annahme empfohlen hat, ist das ein Aufpreis von über 30 Prozent. «Da kann man sich schon fragen, ob der Verwaltungsrat daran glaubt, die selber vorgegebenen Ziele erreichen zu können.» Für Bohli ist der Fall klar: «Der Verwaltungsrat sollte auf die eigene Strategie vertrauen und schauen, wie gross die Ergebnisverbesserung ausfällt.» Die renommierte Wirtschaftszeitung «Financial Times» empfiehlt den Aktionären ebenfalls, einen höheren Preis zu fordern.

(me)

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