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Aktionär und Konzernchef streiten bei Telecom Italia

Marco Patuano: Streit mit Grossaktionär. Youtube

Der Chef von Telecom Italia verlässt den Konzern nach einem Streit mit Grossaktionär Vivendi. Marco Patuano werde sein Amt nach nur zweieinhalb Jahren aufgeben, berichten Insider.

Veröffentlicht am 21.03.2016

Bei Telecom Italia ist es Kreisen zufolge zu einem Zerwürfnis zwischen dem Vorstandschef Marco Patuano und dem französischen Grossaktionär Vivendi gekommen. Der 51-jährige Patuano werde deshalb nach nur zweieinhalb Jahren im Amt wieder gehen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf zwei Vertreter des Unternehmens. Noch habe Patuano die Papiere zum Rücktritt, der mit einer Zahlung von rund 7 Millionen versüsst werden könnte, allerdings nicht unterschrieben.

Patuano streitet seit längerem mit dem Vorsitzenden des Vivendi-Verwaltungsrats, Vincent Bollore. Knackpunkt dabei ist die Strategie in Brasilien. Bollore hat sich immer wieder für einen Verkauf des dortigen Geschäfts und eine stärkere Konzentration auf den italienischen Markt ausgesprochen. Der französische Medien- und Telekomkonzern hatte zuletzt den Anteil an Telecom Italia Schritt für Schritt erhöht. Zuletzt hielten die Franzosen knapp ein Viertel der Anteile.

Übergangsleitung eingesetzt

Bis ein Nachfolger für Patuano gefunden ist, solle Verwaltungsratschef Giuseppe Recchi die operative Leitung des Konzerns übernehmen. Favorit für den Posten des Vorstandschefs beim früheren Monopolisten ist Flavio Cattaneo, der derzeit den Hochgeschwindigkeitszug-Betreiber Nuovo Trasporto Viaggiatori leitet. Ebenfalls im Gespräch sei der frühere Chef des Telekomanbieters Wind, Luigi Gubitosi.

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