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Aktionäre winken alle Holcim-Anträge durch

Proteste vor dem Hallenstadion in Zürich: Arbeitnehmerschaft kämpft für mehr Rechte. Keystone

An der Generalversammlung des Zementriesen wurden die Mitglieder des Verwaltungsrats bestätigt und der Vergütungsplan angenommen. Vor dem Event kam es jedoch zu Protesten von Holcim-Angestellten.

Veröffentlicht am 13.04.2015

Die Aktionäre von Holcim haben an der Generalversammlung vom Montag in Zürich allen Anträgen des Verwaltungsrates zugestimmt. Dabei wurde unter anderem Wolfgang Reitzle als Präsident des Verwaltungsrates bestätigt. Auch die übrigen Mitglieder des Aufsichtsgremiums wurden in Einzelabstimmungen für die Dauer von einem Jahr mit grossen Mehrheiten bestätigt.

Daneben haben die Aktionäre auch einer Ausschüttung aus Kapitaleinlagereserven von 1,30 Franken pro Namenaktie zugestimmt. Die Auszahlung erfolgt am 17. April. Der Gegenantrag eines Aktionärs auf Ausschüttung von 4,00 Frnaken pro Aktie blieb damit ohne Chance.

Vergütung abgesegnet

Neben Reitzle sind damit weiterhin Beat Hess, Alexander Gut, Adrian Loader, Thomas Schmidheiny, Jürg Oleas, Hanne Birgitte Breinbjerg Sørensen, Dieter Spälti und Anne Wade Mitglieder des Gremiums.

Auch der maximale Gesamtbetrag für die Vergütung der VR-Mitglieder in Höhe von 4,37 Mio Franken wurde genehmigt, ebenso wie der Gesamtbetrag für die Vergütung der Geschäftsleitung für 2016 in Höhe von 28,9 Millionen.

An der Generalversammlung waren 871 Aktionäre vertreten und mit 216 Millionen Franken an Kapital rund 67 Prozent der Stimmen.

Arbeitnehmerschaft protestiert

Vor Beginn der ordentlichen Generalversammlung von Holcim hat sich am Montag auch die Arbeitnehmerschaft zur Fusion der Zementkonzerne Holcim und Lafarge zu Wort gemeldet. Mit einer Kundgebung vor dem Hallenstadion in Zürich forderte sie die Aktionäre auf, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Zur Kundgebung anden sich rund 50 Vertreter der Arbeitnehmerschaft ein. Auf Plakaten und mit Flugblättern, die sie den Aktionären überreichten, forderten sie eine Verbesserung der Arbeitnehmerrechte bei der Fusion.

Sorgen um Jobs

So sollen die zwei Zementkonzerne allen jetzigen Angestellten den Erhalt des Arbeitsplatzes für mindestens zwei Jahre garantieren. Zudem sollen Holcim und Lafarge sofort die Verhandlungen über ein globales Rahmenabkommen und für einen neuen europäischen Betriebsrat aufnehmen.

Besorgt zeigten sich die Vertreter insbesondere über die Zukunft der rund 15'000 Beschäftigten jener Bereiche, die die beiden Konzerne aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen wollen.

Fusion kein Traktandum

Der bereits bestimmte Käufer, der irische Zementkonzern CRH, gelte als ein wenig arbeitnehmerfreundliches Unternehmen, schreiben die Gewerkschaften auf ihrem Flugblatt. Die Unternehmen sollen gerade gegenüber diesen Angestellten ihre soziale Verantwortung übernehmen.

An der ordentlichen Generalversammlung ist die Fusion kein Traktandum. Über das Zusammengehen mit Lafarge entscheiden die Holcim-Aktionäre erst an der ausserordentlichen Generalversammlung am 8. Mai.

(awp/dbe/ama)

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