An der Generalversammlung des Uhrenkonzerns Swatch vom Mittwoch in Biel machen Pensionskassen, Stiftungen und die Raiffeisen-Gruppe Front gegen die Uhrenfamilie Hayek. Der grösste US-Stimmrechtsberater ISS und die Schweizer Anlagestiftung Ethos empfehlen laut «Schweiz am Sonntag» den Aktionären, den gesamten Verwaltungsrat abzuwählen. Dem Antrag hätten sich laut Bericht der Zuger Vermögensverwalter Z-Capital und die Schweizer Aktionärsgruppe Actares angeschlossen.

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«Wir lehnen die Wiederwahl des Verwaltungsrats ab», wird Ethos-Direktor Dominique Biedermann zitiert. «ISS stimmt ebenfalls dagegen.» Damit könnte zumindest ein Achtungserfolg erzielt werden, weil viele gewichtige institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen jeweils gemäss den Empfehlungen von ISS und Ethos stimmten – so übernehmen auch die Anlagefonds der Raiffeisen-Gruppe in der Regel jeweils automatisch die Parole von Ethos.

Hayek, Grether und Tanner im Visier

Die Kritik der Aktionäre an der erfolgreichen Hayek-Familie entzündet sich an der Zusammensetzung des Verwaltungsrates und dem Wahlmodus. Ethos, ISS, Actares und Z-Capital stören sich daran, dass sich der Verwaltungsrat nicht einzeln, sondern nur als Ganzes der Wiederwahl stellt. Damit werde der Aktionärswille verfälscht.

Wäre die Einzelwahl möglich, würden Ethos und Z-Capital Konzernchef Nick Hayek wegen seines Doppelmandats aus dem Verwaltungsrat abwählen. Ethos ist zudem gegen die Wiederwahl der Grossaktionärin Esther Grether und von Lindt-Chef Ernst Tanner. Ethos und Z-Capital kritisieren die mangelnde Unabhängigkeit des Verwaltungsrates, der damit seine Aufsichtsfunktion nicht ausfüllen könne.

Ethos rügt laut Bericht auch, dass Swatch keine detaillierten Resultate von ihren Generalversammlungen veröffentlicht und als einzige SMI-Firma keine konsultative Abstimmung zum Vergütungsbericht durchführt. «Swatch ist der letzte, der sich weigert», so Biedermann.

Die Chancen der aufmüpfigen Aktionäre sind angesichts der Stimmenverhältnisse gering. Der Pool der Familie Hayek und die Gruppe von Esther Grether kontrollieren zusammen 48,4 Prozent der Stimmen. Dominique Biedermann hofft aber auf einen Achtungserfolg: «Zusammen mit ISS können wir sicher 15 bis 20 Prozent Nein-Stimmen mobilisieren.»

(vst)