Die Aktionärsvertreterin Actares spricht sich dagegen aus, die Mitglieder des Verwaltungsrats von Sonova zu entlasten. Solange die laufende Untersuchung über mögliche Insiderdelikte nicht abgeschlossen sei, könne über die Verantwortung der betroffenen Personen nur spekuliert werden, teilte Actares am Pfingstmontag mit.

Der Hörgerätehersteller Sonova beantragt bei den Aktionären zwar lediglich, seinen nicht geschäftsführenden Mitgliedern die Entlastung zu erteilen. Aber selbst mit dieser Einschränkung sei der Antrag inakzeptabel, schreibt Actares. Die Sonova-Generalversammlung findet am 21. Juni statt.

Mitte März hatte Sonova eine Gewinnwarnung herausgegeben. Als Grund dafür nannte das Unternehmen den Rückruf eines Hörimplantats der Tochterfirma Advanced Bionics. In den Tagen vor der Gewinnwarnung hatten Mitglieder des Managements von Sonova an der Schweizer Börse zahlreiche Aktienpakete verkauft.

In der Folge wurde eine Untersuchung eingeleitet, die den Vorwurf des Insiderhandels prüfen sollte. Konzernchef Valentin Chapero und Finanzchef Oliver Walker mussten ihre Posten räumen. Auch Verwaltungsratspräsident Andy Rihs gab sein Amt auf, blieb aber im obersten Führungs- und Aufsichtsgremium.

Sowohl die Faktenlage als auch die Verantwortungsfrage seien noch längst nicht geklärt, schreibt nun Actares in einer Mitteilung. Es sei nicht auszuschliessen, dass nach Abschluss der laufenden Untersuchungen den nicht geschäftsführenden Mitgliedern des Verwaltungsrats mangelnde Sorgfalt oder Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflichten vorgeworfen werden könne. «Unter diesen Umständen ist eine Entlastung schlicht verfrüht», schreibt Actares.

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(tno/sda)