Fast würde der Besucher das Musée Olympique übersehen, gäbe es da nicht unzählige Hinweistafeln, die ihn zum sporthistorischen Gebäude führen. Das Museum fügt sich perfekt in die Hanglandschaft von Lausanne-Ouchy ein, und wer erst einmal die Treppen zum repräsentativen Eingang hochgestiegen ist, der hat eine atemberaubende Aussicht über den Genfersee bis zum Mont Blanc.

Erst 1993 wurde der funktionale Bau von Juan Antonio Samaranch, dem damaligen Präsidenten des IOC, und dem sportbegeisterten Bundesrat Adolf Ogi eingeweiht. Mittlerweile nennt es sich «das olympische Museum» und will so zum Ausdruck bringen, dass sich in der Waadtländer Metropole der Hauptaufbewahrungsort für alles befindet, was mit den fünf Ringen zu tun hat.

Ein Museum voller Emotionen

Früh schon haben Kongress-organisatoren das Musée Olympique als idealen Standort für Galas, Tagungen und Incentive-Reisen entdeckt. «Dies ist ein Haus voller Emotionen», schwärmt Sales Manager Christoph Sturny. In dieser Umgebung drängen sich Anlässe mit einer Verbindung zum Sport geradezu auf.

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Nicht umsonst unterhält man eine Videothek mit unzähligen Kurzfilmen, die von Helden, Siegen und Niederlagen erzählen. Da gibt es etwa ein Clip mit einer Spitzensportlerin, die vier Jahre mit ihrem Coach auf die Olympischen Spiele als Höhepunkt ihrer Kar- riere hinarbeitet, doch am Wettkampftag verletzt sie sich, versucht es trotzdem, aber es geht nicht. Der Traum von einer Medaille platzt. Derart nah sind Erfolg und Misserfolg zusammen. Alle olympischen Erfahrungen lassen sich als Themen in einen Event ver- weben. «Wirtschaft und Sport haben viele Parallelen», ist Christoph Sturny überzeugt. Die emotional starken Bilder, perfekt musikalisch untermalt, können als Einstieg für ein Seminar zur Team-bildung dienen.

In Lausanne befindet sich der Sitz des International Olympic Committee (IOC). Das bringt auch viele Sportkommissäre und Spitzenathleten in die Schweiz. Jacques Rogge, der amtierende Präsident des IOC, nutzt den im dezenten Rot gehaltenen VIP-Salon im Museum für repräsentative Treffen mit Staatschefs und gekrönten Häuptern. Wenn nicht gerade ein Bundesrat am Genfersee eine Stippvisite macht, steht der exklusive Raum auch Unternehmen und Organisationen für speziell wichtige Meetings offen.

Das Musée Olympique verfügt über ein enges Netzwerk in die Sportwelt, das allen Veranstaltern zugute kommt. Auf Wunsch wird ein Olympiasieger organisiert, der über seine Leidenschaft und seine sportlichen Höhen und Tiefen referiert. Es können ebenso Erfolgstrainer auftreten, die mit ihren Vorträgen den Anstoss für eine Grundsatzdebatte geben. Ein Beispiel dafür ist Eishockey-Coach Ralph Krueger, der sich zum Aspekt der Motivation äussert. Bereits in wenigen Monaten versucht er seine theoretischen Erkenntnisse an den Olympischen Winterspielen von Vancouver mit der Nationalmannschaft praktisch umzusetzen.

Events rund um Vancouver 2010

Die olympischen Grossereignisse offerieren den Museumsmanagern gute Promotionsmöglichkeiten. Im kommenden Winter ist ein Atelier mit einer Mini-Curlinganlage geplant, die Vancouver 2010 thematisieren soll. Die Lokalität am Genfersee hat mittlerweile international einen hohen Bekanntheitsgrad. Jährlich besuchen rund 200000 Leute das Museum, davon etwa die Hälfte aus dem Ausland. Bei den Tagungen und Kongressen, die in flexibel gestaltbaren Seminarräumlichkeiten und einem Auditorium stattfinden, gibt es eine nationalere Ausrichtung. Drei von vier Geschäftsreisenden in der Region um den Genfersee stammen aus dem Inland.

Sales Manager Christoph Sturny kooperiert eng mit Lausanne Tourismus und pflegt einen guten Kontakt zum Schloss Chillon: «Die beiden Destinationen ergänzen sich.» Für die Veranstalter von Incentive-Reisen sind die zwei Orte vor allem auch in Kombination mit einer Schifffahrt interessant. Zwar ist dieser Geschäftszweig im Gefolge der Wirtschaftskrise jüngst um knapp einen Viertel eingebrochen, trotzdem ergeben sich für die Hot Spots am Genfersee gute Chancen: Lausanne sowie Evian auf der anderen Seeseite bieten eine grosse Zahl von Hotels in allen Kategorien. Unmittelbar neben dem Musée Olympique befindet sich das Fünf-Stern-Haus Beau Rivage.

Die Bedürfnisse für Tagungsaktivitäten sind in den letzten Jahren ständig gestiegen, ohne dass sich die Lokalität entsprechend vergrössert hätte. Das soll sich im Hinblick auf das 20-Jahr-Jubiläum 2013 ändern. Angestrebt wird eine Erweiterung, die mehr Raum für Meetings und Konferenzen bietet.