Unter dem Druck öffentlicher Proteste streicht der französische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent die Millionen-Abfindung für Ex-Chef Michel Combes zusammen. Combes könne nun höchstens auf acht Millionen Euro kommen, teilte der Konzern am Freitag mit.

Bisher hatte sich der Manager Medien zufolge auf Alcatel-Aktien im Wert von 15 Millionen Euro freuen können, nachdem er erst den Verkauf des Unternehmens an Nokia eingefädelt und dann seinen Wechsel zur Konkurrenz angekündigt hatte. Dies hatte in Frankreich für scharfe Kritik bis in die obersten politischen Ränge gesorgt, weil Combes vor Abschluss des Geschäfts mit dem finnischen Rivalen von Bord gehen wollte.

Er steht länger zur Verfügung

Doch Alcatel erklärte nun, Combes habe sich bereiterklärt, dem Konzern bis zum Ende des Nokia-Deals zur Verfügung zu stehen. Combes selbst habe den Verwaltungsrat zudem aufgefordert, seine Abfindungsvereinbarung zu ändern.

Demnach bekommt er höchstens 4,85 Millionen Euro in bar, wenn das Nokia-Geschäft abgeschlossen ist. Ausserdem erhalte er 3,1 Millionen Euro dafür, dass er nicht bei der Konkurrenz anfange.

In der Zwischenzeit hatte Combes eigentlich schon als Top-Manager beim Netzwerkbetreiber Altice angeheuert und den Vorsitz des Verwaltungsrats der Altice-Tochter Numericable-SFR übernommen.

Er fädelte Nokia-Deal ein

Auch seine zunächst fast doppelt so gross geplante Vergütung zum Abschied bei Alcatel hatte er zunächst gegen die Kritik von Aufsichtsbehörden und dem französischen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron verteidigt: Schliesslich habe er Alcatel gerettet, erklärte er.

Combes hatte Anfang April 2013 bei dem angeschlagenen Konzern das Ruder übernommen. Zwei Jahre später brachte er die Vereinbarung zum Verkauf an Nokia für fast 16 Milliarden Euro unter Dach und Fach. Der Aktienkurs war seit Combes Start von einem Euro auf zwischen drei und vier Euro in diesem Jahr gestiegen. Am Freitag notierten die Papiere 0,5 Prozent schwächer bei 3,11 Euro.

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(sda/mbü/gku)