Wegen Überkapazitäten und fallender Preise drosselt als erster Aluminiumkonzern der US-Branchenführer Alcoa seinen Ausstoss. Das Unternehmen stellt in der Region Atlantik jährlich rund 390'000 Tonnen Aluminium und damit vier Prozent weniger her. Das teilt der Konzern mit. 

Zum betroffenen Gebiet gehört ungefähr die Hälfte der Alcoa-Hütten mit einer weltweiten Gesamtkapazität von 18 Millionen Tonnen - unter anderem auch Europa. «Alcoa will damit eine Überversorgung mit Aluminium in der Region Atlantik vermeiden und die Effizienz unseres Raffinerie-Systems erhöhen», erklärte Chris Ayers, Präsident der Rohstoff-Sparte.

Bereits Kürzungen in Spanien und Italien

Der Konzern machte zunächst kein Angaben, wo er Produktionen stilllegt oder zurückfährt. Experten tippten aber wegen der hohen Herstellungskosten auf Hütten in der Karibik.

Im Januar hat Alcoa bereits Kürzungen in Spanien, Italien und den USA sowie in seinen Schmelzwerken angekündigt. Das Unternehmen legt am Dienstag seine Quartalszahlen vor und macht damit unter den grossen Konzernen den Auftakt der Bilanzsaison in den USA.

Der Aluminiumpreis ist zuletzt auf rund 300 Dollar pro Tonne gefallen - von mehr als 400 Dollar zur Jahreswende. Der Verbrauch des wertvollen Materials gilt als Konjunkturbarometer: Vor allem die Flugzeug- und Autobranche verbauen Aluminium.

(muv/sda)