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Aldi Schweiz stoppt Verkauf von Importeiern

Aldi Schweiz stoppt Verkauf von Importeiern
Ei: Insektizidbelastete Eier kommen aus den Niederlanden. Keystone

Der Eier-Skandal aus den Niederlanden weitet sich aus: Auch Aldi Schweiz hat vorsorglich alle Importeier aus dem Verkauf genommen.

Der Skandal um verseuchte Eier hat erste Folgen in der Schweiz. Der Detailhändler Aldi Schweiz nimmt vorsorglich alle Importeier aus dem Verkauf. Schweizer Eier sind nicht betroffen. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmassnahme, teilte Aldi Schweiz am Freitag mit. Es könne weiterhin davon ausgegangen werden, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Aldi Schweiz sei nicht vom Eier-Skandal nicht betroffen.

Auch dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) liegen keinerlei Hinweise vor, dass insektizidbelastete Eier in die Schweiz gelangt sein könnten. Zusätzlich prüft der Detailhändler sein gesamtes Eier-Sortiment stichprobenartig im Labor auf Rückstände des Insektizids Fipronil. Darüber hinaus dürfen künftig nur noch Importeier an Aldi Schweiz geliefert werden, für die ein negativer Fipronil-Nachweis vorliegt.

Kunden können Eier zurückgeben

Kunden, die Eier bei Aldi Schweiz gekauft haben, könnten diese ohne Vorlage des Kassenbons in allen Filialen zurückgeben und erhielten den Verkaufspreis zurückerstattet. Der Discounter hat derzeit acht verschiedene Sorten von Eiern im Sortiment, wovon fünf aus der Schweiz kommen. Die restlichen Eier kommen aus dem europäischen Ausland.

Der Skandal mit den verseuchten Eier hat sich seit Anfang Woche von den Belgien und Niederlanden auf Deutschland ausgeweitet. In den Niederlanden werden jährlich zehn Milliarden Eier gelegt, wovon rund zwei Drittel für den Export bestimmt sind. Laut den deutschen Behörden wurden zehn Millionen belastete Eier im Land verkauft.

Keine Eier in Deutschland

Aldi verkauft auch in Deutschland vorerst keine Eier mehr. Laut Aldi handelt es sich bei dem Verkaufsstopp um eine reine Vorsichtsmassnahme. Es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden, teilte der Discounter am Freitag mit.

Ab sofort dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliege, dass sie negativ auf fipronilhaltiges Anti-Läusemittel getestet seien. Schon seit Anfang der Woche beziehe Aldi keine Eier mehr aus gesperrten niederländischen Betrieben.

Eier-Engpass droht

Einen Verkaufsstopp für alle niederländischen Eier hatten zuvor bereits die Detailhändler Rewe und Penny verhängt. Edeka hingegen sah zunächst keine Veranlassung, etwas aus dem Regal zu nehmen. Die Unternehmen teilten mit, das Vorgehen werde möglicherweise dazu führen, dass es zu Engpässen bei der Versorgung mit Eiern kommt.

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministers Christian Meyer wurden weitaus mehr belastete Eier aus den Niederlanden in Deutschland verkauft als bislang bekannt. Nach neuesten Informationen handele es sich nicht nur um drei Millionen, sondern um zehn Millionen Eier, sagte Meyer im ZDF.

Verluste für Bauern

Der Verband der niederländischen Geflügelzüchter kritisierte den radikalen Schritt. «Alle niederländischen Eier, die nun in den Handel kommen, sind garantiert frei von Fipronil», sagte der Verbandspräsident Eric Hubers.

Die Züchter befürchten grosse Einkommensverluste durch die Affäre. In den Niederlanden werden jährlich zehn Milliarden Eier produziert. 60 bis 70 Prozent davon sind für den Export bestimmt.

Für Kinder potenziell gefährlich

Das Insektizid Fipronil unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt. Laut den deutschen Behörden besteht durch den Verzehr der belasteten Hühnereier aber «keine konkrete» Gesundheitsgefährdung. «Für die besonders empfindliche Konsumentengruppe Kinder ist ein gesundheitliches Risiko nicht völlig auszuschliessen», teilte das deutsche Landwirtschaftsministerium mit.

Fipronil war über das Anti-Läusemittel Dega-16 in die Eier gelangt. Das Mittel beruht eigentlich nur auf ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus. Vermutlich hatte ein belgischer Hersteller Fipronil beigemischt, obwohl das Mittel für die Geflügelzucht verboten ist.

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(sda/cfr/gku)

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