Während die Migros in der Ostschweiz noch in diesem Jahr auf freiem Feld Billig-Migros errichten will, plant der deutsche Discounter Aldi seine Expansion in die andere Richtung: In die Stadtzentren. «Es wäre falsch zu glauben, dass wir nicht auch auf Innenstadtlagen zielen», erklärt Aldi-Sprecher Sven Bradke. Allerdings sei es dort noch schwieriger, geeignete Standorte zu finden. Er bezieht sich auf die Grösse (800 bis 1000 m2) und Form (Rechteckigkeit) sowie auf die Verkehrsanbindung.

100 Filialen bis Ende Jahr

Die als Antwort auf Aldi apostrophierten neuen M-Läden sollen den deutschen Discounter wohl nervös machen. Tun sie aber nicht: «Jeder darf tun und lassen, was er möchte», meint Bradke.

Der Aldi-Sprecher bleibt trotz der schwierigen Standortsuche zuversichtlich: «Unser Vorteil ist, dass alle Filialen den gleichen Aufbau und eine wiedererkennbare Ausstattung haben», sagt Bradke. Das müsse auch in der City gewährleistet sein. Eine neue Filiale in Bern, das Geschäft in Zürich-Oerlikon und zwei Aldi-Läden in St. Gallen zählt der Discountvertreter bereits zu den innerstädtischen Lagen. Man könne darüber streiten, ob es sich dabei bereits um Top-Citylagen handelt, doch sei man schon länger bemüht, noch weiter in die Stadt zu ziehen.

Währendessen strickt Aldi kräftig weiter an seinem eidgenössischen Filialnetz und will bis Ende des Jahres auf 100 Niederlassungen kommen. Diese Woche wird in Sitten die 66. Filiale eröffnet. Auch die Anzahl der Produkte wurde nach und nach von 700 auf 800 Artikel pro Laden erhöht.

Das Ende der Fahnenstange ist auch hier nicht erreicht. Im Plan befänden sich auch die Aldi-Lager. «Operativ arbeiten zwei Verteilzentren», sagt Bradke: In Embrach ZH (gleichzeitig Hauptsitz der Aldi Suisse AG) und in Domdidier FR für die Westschweiz. Demnächst sei die Inbetriebnahme weiterer Warenlager geplant: In Perlen LU sowie in Wil SG. Dort hat sich der Discounter ein Grundstück gesichert. Weiter auf der Tagesordnung steht zudem das Tessin.

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Lidl ist zugeknöpft

Der zweite deutsche Discounter, Lidl, hat seinen Markteintritt in der Schweiz erst angekündigt. Nach der Mitarbeiterbespitzelungs-Affäre übt Lidl mit Talkshow-Auftritten und ganzseitigen Anzeigen in deutschen Tageszeitungen nicht nur Schadensbegrenzung und Imageverbesserung, sondern sorgt sich auch noch um seinen geplanten Schweizer Markteintritt, wissen Marktkenner. Bei Lidl gibt sich Sprecherin Petra Trabert zugeknöpft: «Wir bitten um Verständnis, wenn wir keinen konkreten Zeitpunkt für unseren Start in der Schweiz nennen können.»