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Alibaba bringt Handelsplattform für E-Commerce nach Europa

China's Jack Ma, Founder and Executive Chairman of Alibaba Group speaks during a panel session during the 47th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Wednesday, January 18, 2017. The meeting brings together enterpreneurs, scientists, chief executive and political leaders in Davos January 17 to 20.(KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Jack Ma: Der Alibaba-Gründer will eine Handelsplattform für E-Commerce etablieren. Quelle: © KEYSTONE / LAURENT GILLIERON

Alibaba-Gründer Jack Ma bringt seine Handelsplattform nach Europa. In Belgien entsteht eine Logistikdrehscheibe. Profitieren sollen KMUs.

Von Bastian Heiniger
am 07.12.2018

Böse Zungen könnten behaupten: Der chinesische Internethändler Alibaba leistet Entwicklungshilfe für Europa. Denn in Belgien wird der fernöstliche Onlinegigant eine Handelsplattform für E-Commerce bauen – um für europäische KMU den Zugang zum Weltmarkt zu verbessern, wie es offiziell heisst. Diese Woche haben Alibaba und die belgische Regierung dazu eine Absichtserklärung unterschrieben.

Dass Alibaba in der belgischen Stadt Lüttich ein grosses Logistikzentrum bauen will, berichtete die «Handelszeitung» vor einem Monat. Der 200’000 Quadratmeter grosse Bau beim Flughafen der Stadt Lüttich ist der Grundpfeiler des Projekts. Alibaba investiert dafür 75 Millionen Euro.

Im Kern dürfte es Alibaba darum gehen, Kunden in Europa schneller zu beliefern. Und damit den Druck auf den US-Konkurrent Amazon zu erhöhen. Dank des 2021 in Betrieb gehende Logistikzentrums sollen europäische Kunden ihre bei Alibaba georderte Ware innert drei Tagen im Briefkasten haben. Für Alibaba-Gründer Jack Ma geht es aber um mehr: Er will weltweit die Barrieren für E-Commerce abbauen.

Jack Mas Vision des digitalen Freihandels

Seine Vision: Eine World Trade Organisation ( WTO) für die digitale Welt zu etablieren. Deren Ziele erläuterte er 2016 am Boao Forum, dem chinesischen WEF: Die Electronic World Trade Platform (eWTP) soll in der virtuellen Welt eine grenzenlose Wirtschaft schaffen, die nicht durch die Politik eingeschränkt sei. Die eWTP helfe, um internationale Regeln zu formulieren und Hindernisse für den elektronischen Handel zu beseitigen. Und sie soll kleinen Unternehmen den grenzüberschreitende Handel erleichtern.

Der erste eWTP-Standort entstand 2017 in Kuala Lumpur, danach folgte ein weiterer im chinesischen Hangzhou, in Ruanda und nun kommt jener im belgischen Lüttich dazu. Alibaba will so europäischen KMU beim Zugang zum chinesischen Markt helfen und als «Tor nach China» fungieren, wie «Businesswire.com» schreibt. In den nächsten fünf Jahren sollen Qualitätsprodukte im Wert von 200 Milliarden US-Dollar aus der ganzen Welt nach China importiert werden.

Alibaba will Touristen nach Belgien locken

Der belgische Premierminister Charles Michel und Jack Ma trafen sich im Sommer zur Förderung der eWTP-Initiative. Nun sagt Michel: «Ich freue mich über die Einführung der eWTP in Belgien und das Engagement von Alibaba zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit belgischer und europäischer Unternehmen auf weltweiter Ebene im Rahmen dieser Partnerschaft.»

Ebenfalls Freude bekundete Alibaba-Chef Daniel Zhang: «Wir sind fest davon überzeugt, dass wir europäischen Unternehmen mithilfe der eWTP enorme Möglichkeiten eröffnen werden, vom globalen grenzüberschreitenden Handel zu profitieren, insbesondere auf dem chinesischen Markt mit seiner hohen Nachfrage nach europäischen Gütern.»     

Gemeinsam wollen Belgien und Alibaba die Zollverfahren digitalisieren und eine effizientere Warenabfertigung fördern. Zudem will Alibaba den chinesischen Touristen Belgien als Reiseziel schmackhaft machen.

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