Hängen viele Schweizer Kunden nach wie vor an ihrem Bargeld, werden anderorts immer neue Möglichkeiten für bargeldloses Bezahlen entwickelt. Vorreiter ist China mit seinem Platzhirsch Alibaba. Bei Alipay, dem Bezahldienst des Online-Giganten, sind mittlerweile rund 400 Millionen Nutzer registriert. Doch beim mobilen Bezahlen soll es nicht bleiben: Der Konzern testet bereits ein Konzept, für das der Kunde an der Kasse weder Portemonnaie noch Smartphone zücken muss. 

Das System «Smile to pay» funktioniert nämlich über Gesichtserkennung. Der Kunde kann an der Bestelltheke sein Gesicht scannen lassen und so über den verknüpften Alipay-Account bezahlen. Als zusätzliche Bestätigung kann er seine Telefonnummer eingeben. Das System soll sogar funktionieren, wenn der Nutzer eine Perücke aufsetzt oder starkes Makeup aufträgt. Das zeigt ein Video der Alibaba-Tochtergesellschaft Ant Financial Services Group, die «Smile to Pay» entwickelt hat.

Mensch von Foto unterscheiden

Getestet wird das System derzeit allerdings erst in einer Filiale des Konzept-Restaurants KPRO im chinesischen Hangzhou. KPRO gehört zur Fastfood-Kette KFC und soll eine gesündere Alternative zu den fettigen, frittierten Poulet-Teilchen bieten. Ob das Bezahlmodell von dieser Filiale auf weitere ausgeweitet wird, ist noch nicht bekannt. Solche Pläne sollen laut Ant Financial aber bestehen.

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Um Betrug zu verhindern, wird bei «Smile to Pay» eine 3D-Kamera mit einem «Live-Erkennungs-Algorithmus» eingesetzt. Diese soll sicherstellen, dass es sich tatsächlich um den Nutzer handelt und nicht etwa um ein Foto oder Video. Der Algorithmus soll dies anhand von Eigenschaften wie etwa dem Schattenwurf des Menschen erkennen. 

Expansion nach Europa

Eine Ausweitung dieser Bezahlform wäre durchaus denkbar. Alipay ist derweil auf Expansionskurs: Auch in der Schweiz können Nutzer mit der Bezahlapp einkaufen. Zuletzt wurde bekannt, dass die Schweizer Mobile-Payment-Lösung Twint mit Alipay kompatibel werden soll. Das bestätigte SIX-Sprecher Jürg Schneider gegenüber der Handelszeitung. Eine Lösung sei allerdings frühstens für 2018 zu erwarten. 

So funktioniert «Smile to Pay»:

— Global Times (@globaltimesnews) 1. September 2017