Der Aufsichtsrat der hochverschuldeten Fluggesellschaft Alitalia hat grünes Licht gegeben für eine strategische Allianz mit der Branchengrösse Etihad. Der von Etihad Airways präsentierte Vorschlag sei angenommen worden, teilte das italienische Unternehmen nach einer langen Sitzung mit.

Präsident Roberto Colaninno und Aufsichtsratsmitglied Gabriele del Torchio seien damit beauftragt worden, einen entsprechenden «Vertrag auszuhandeln». Diese Formulierung könnte darauf hindeuten, dass die Gespräche noch länger dauern und beide Seiten in ihren Vorstellungen nach wie vor merklich auseinanderliegen.

Langwierige Verhandlungen

Die beiden Fluglinien sind bereits seit Dezember im Gespräch. Verkompliziert werden die Übernahmeverhandlungen nicht nur durch Alitalias enormen Schuldenstand, auch die drohende Streichung von 2200 Arbeitsplätzen bei den Italienern gilt als Hindernis eines Etihad-Einstiegs. In Norditalien werden ausserdem negative Folgen für den Flughafen Mailand-Malpensa befürchtet.

Was die Schulden angehe, liefen die Gespräche mit den Banken «in die richtige Richtung», sagte del Torchio laut der Nachrichtenagentur Ansa.

Über eine Milliarde Investitionsgelder

Am Montag könnte es italienischen Medienberichten zufolge ausserdem zu einem weiteren Treffen zwischen der Firmenleitung und Gewerkschaftsvertretern kommen, bei dem über die Stellenstreichungen gesprochen werden könnte.

Nach Angaben des italienischen Verkehrsministers Maurizio Lupi ist Etihad bereit, bis zum Jahr 2018 maximal 1,25 Milliarden Euro für die Sanierung von Alitalia bereitzustellen. Etihad hat in den vergangenen Monaten kräftig expandiert und Anteile an mehreren Airlines gekauft. Anteile besitzt das Unternehmen auch an der kriselnden Fluggesellschaft Airberlin.

(sda/dbe)