Die Frankenstärke hat 2011 die Preisdiskussion im Detailhandel angeheizt. Migros und Coop haben Marken aus dem Sortiment genommen und so Druck auf die Hersteller ausgeübt, damit diese ihre Preise senken. Mittlerweile ist das Sortiment bei Coop wieder komplett.

Bei der Migros dagegen bleiben einige Produkte für immer aus den Gestellen verbannt. «Es hat sich nichts bewegt», sagte Sprecher Urs Peter Naef auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Das Unternehmen wollte konkret von L'Oréal Reduktionen in der Höhe von vier bis fünf Millionen Franken. Der Kosmetikkonzern hingegen war zu Preisreduktionen von nur rund einer Million Franken bereit.

Migros habe lange verhandelt, sagt Naef. Doch inzwischen ist dem Detailhändler die Lust auf L'Oréal-Produkte vergangen: Selbst wenn der französische Hersteller der Migros entgegenkäme, die Türen sind zu. «Wir sind nicht der Spielball und bleiben konsequent», so Naef.

Die Konsumenten hätten diese Produkte gewollt, darum habe Migros diese im Sortiment geführt und sich für günstigere Preise eingesetzt. Doch nun schaue Migros vorwärts, ohne die rund 40 Artikel der Garnier-Produktelinien aus dem Hause L'Oréal.

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Alle wieder da

Anders bei Coop: Beim Grossverteiler, der wegen der Frankenstärke im Spätsommer 130 Markenartikel aus dem Sortiment kippte, sind alle damals verbannten Produkte wieder im Verkauf. Und dies mit durchschnittlich 10 Prozent tieferen Preisen, wie Coop-Sprecherin Denise Stadler sagt.

Betroffen von der Auslistung waren unter anderem Marken wie Uncle Ben's von Mars oder Produkte der Marken Lenor, Wella und Antikal. Auch die vom Konkurrenten auf immer verbannten L'Oréal-Artikel sind wieder in den Regalen. Ob Coop einfach besser verhandelt hat oder sich mit weniger zufrieden gegeben hat, wurde von Seiten der Migros nicht kommentiert.

Als während der Diskussion um den starken Franken Migros und Coop öffentlichwirksam Preissenkungen auf Importartikel angekündigt hatten, respektive zu Kampfmassnahmen gegen zu hohe Importpreise griffen, haben sich auch andere Detailhändler in ihren Läden ans Auswechseln der Preisschilder gemacht.

Preiskampf weiter angeheizt

So hat damals etwa Denner die Preise von zahlreichen Importprodukten um nach eigenen Angaben rund 20 Prozent gesenkt. Und Spar hatte bekannt gegeben, bei im europäischen Verbund eingekauften Eigenmarken die Währungsgewinne weiterzugeben.

Mit dem starken Franken hat sich der schwelende Preiskampf im Schweizer Detailhandel im auslaufenden Jahr weiter akzentuiert. Begonnen hat er bereits 2005, als der deutsche Discounter Aldi in den Markt eintrat. Ein weiteres mal angeheizt wurden die Diskussionen um zu hohe Margen, als dann auch noch Lidl in der Schweiz Läden eröffnete.

Gemäss Schätzungen des Konsumenten-Magazins «K-Tipps» haben Migros und Coop ihre Preise durch den Einfluss der deutschen Discounter um 15 Prozent gesenkt. Auch die Einführung der Günstiglinien M-Budget und Prix Garantie sind auf den schärferen Wettbewerb zurückzuführen.

(rcv/vst/sda)