Das logistische Zentrum des Fast-Food-Anbieters McDonald’s befindet sich in Oensingen. Verantwortlich dafür ist die Havi Logistics GmbH, die exklusiv sämtliche McDonald’s-Restaurants in der Schweiz und Liechtenstein beliefert. Die Havi-Gruppe fokussiert sich europaweit auf die Lebensmittellogistik mit starker Ausrichtung auf Convenience, Restaurants und Catering.

Im Distributionszentrum Oensingen setzt Havi für McDonald’s und andere Kunden rund 40 000 Tonnen pro Jahr bei einem Umsatz von 200 Mio Fr. um. Für Heinz Wälti, Leiter Customer Service und Beschaffung, ist klar, dass man als eingefleischter McDo-Freak ohne die ausgeklügelte Logistik kaum in den Genuss der bekannten Hamburger kommen würde. Ansatzpunkt ist das sogenannte «one stop shopping», ein Konzept mit dem Ziel, den Kunden von allen logistischen Tätigkeiten zu entlasten, indem nur ein Katalog, eine Bestellung, eine Lieferung, eine Rechnung und ein Qualitätsmanagement zur Anwendung kommen.

Hohe Pünktlichkeitsrate

Entsprechend schnell ist der Ablauf vom Bestellvorgang der Restaurants über die Anlieferung der gewünschten Ware in Oensingen, wo sie nach Temperaturbereichen eingelagert und rasch wieder auf den Weg zum Endverbraucher geschickt wird. «Die Pünktlichkeitsrate bei den rund 150 Restaurants, die täglich landauf, landab bedient werden, beträgt erstaunliche 98%», sagt Wälti nicht ohne Stolz. Was auf dem riesigen Areal von Havi Logistics zusammenkommt, begreift erst, wer sich das vor Ort einmal anschaut. Allein letztes Jahr wurden hier 5,3 Mio Verkaufseinheiten kommissioniert. Praktisch alles, was der Kunde in einem McDonald’s-Restaurant zu essen und - das ist genau so wichtig - zu sehen bekommt, wird von hier aus in alle Windrichtungen gebracht. «Dabei setzen wir auf den kombinierten Verkehr, was uns ein grossen Anliegen ist», betont Beschaffungschef Heinz Wälti auf dem ausgedehnten Rundgang. Letztes Jahr wurden fast eine Million Kilometer auf der Schiene verfrachtet, nur wenig mehr noch auf der Strasse, die für die Feinverteilung nach wie vor unentbehrlich ist.

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Im Trockenlager wird unter anderem sämtliches Verpackungsmaterial eingelagert, aber auch Uniformen für das Personal, ja sogar Sicherheitsschuhe, wie sie in Küchen gebraucht werden. Selbst WC-Papier, Promotionsmaterial oder Spielzeuge für die kleinen Gäste warten hier darauf, bis die LKW-Fahrer sie verteilen. Im nächsten Trakt werden Produkte angeliefert, kommissioniert, gelagert und wieder auf die Reise geschickt, die bei einer Temperatur von 2 bis 5 Grad optimale Bedingungen für ihre Haltbarkeit haben. Frische Salate etwa und Saucen. Es riecht verführerisch nach frischen Buns, die Brötchen, die einen echten Hamburger von unten und oben einklemmen. Weiter geht es durch Berge von Gemüsen und frischen Broten ins dritte Havi-Reich: Im Tiefkühllager wird alles eingebracht und kommissioniert, was mindestens bei minus 20 bis minus 24 Grad aufzubewahren ist. Hier wähnt man sich inmitten einer Schar von Begleitern des Polarforschers Roald Amundsen. Die Männer sind von Kopf bis Fuss vermummt, um der Kälte zu trotzen. Nur die rasch hin- und herflirrenden Gabelstapler erinnern daran, dass man hier nicht am Süd- oder Nordpol, sondern in einem Lagerhaus des 21. Jahrhunderts steht.

Rückverfolgbarkeit

Heinz Wälti deutet auf Etiketten, die eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Ware nach GS1-Normen erlaubt. Das gilt insbesondere für die Qualität der Kühlkette. Sie wird zusätzlich durch die Lastwagen garantiert, welche drei verschiedene Kühlkammern aufweisen - entsprechend den Stadien, in denen die verschiedenen Warenkategorien optimal gelagert werden müssen.Beeindruckend ist die Kooperation mit der Bell AG. Aus dem Tief- kühl-Lager dieser Grossmetzgerei kommt das benötigte Fleisch praktisch direkt aus dem Schlachthof in den Tiefkühlbereich.