Vergangenes Jahr hat der Lebensversicherer Allianz im Vorsorgegeschäft die höchste Anlagerendite erwirtschaftet. Das zeigt ein Vergleich der Handelszeitung. Die effektive Marktperformance der Allianz betrug 2,53 Prozent. Die Rendite auf Buchwerten betrug 2,37 Prozent. Bei beiden Werten übertraf die Allianz all ihre Konkurrenten im Vollversicherungsgeschäft.

Die Differenz zwischen den beiden Werten ergibt sich aus Kursbewegungen, die nur bei der Marktwert-Rendite vollumfänglich berücksichtigt werden. Der Blick auf die letzten 13 Jahre zeigt, dass die Marktwert-Renditen im Schnitt bei allen Versicherern höher waren als die ausgewiesenen Buchwert-Renditen. Erklären lässt sich das über das gefallene Zins-Niveau, das zu einem Anstieg vor allem bei den Obligationen-Kursen geführt hat.

Für die Versicherten sind diese Unterschiede relevant. Denn bei der Frage, wie viel die Lebensversicherer an ihre Versicherten ausschütten müssen, bezieht sich der Regulator auf die Buchwert-Betrachtung.

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Unterschiede zeigen sich auch bei der Verzinsung der Sparguthaben. Wenig überraschend ist diese bei allen Versicherern stark gesunken. Noch 2003 wurden im Obligatorium teilweise mehr als 3 Prozent bezahlt. 2017 lag das Zinsniveau noch bei 1 Prozent. Noch tiefer sind die Zinsen im gesetzlich nicht regulierten Über-Obligatorium.

Gab es zunächst noch grössere Unterschiede, so haben sich die Zinssätze zuletzt stark angeglichen. Seit 2015 bezahlen alle Versicherer nur noch das gesetzliche Minimum.

Auf den ersten Blick erscheinen die Unterschiede marginal. Den höchsten Durchschnittszins seit 2003 bezahlte die Allianz mit 2,25 Prozent, den tiefsten die Axa mit 1,98 Prozent. Nimmt man aber an, dass diese Unterschiede während des gesamten Erwerbslebens eines Versicherten bestehen, ist die Auswirkung auf die Rente markant. Aufgrund des reinen Zinseffekts hätte der Versicherte der Allianz ein rund 11 Prozent höheres Altersguthaben. Und somit deutlich mehr Rente.

Die Pax hat in den letzten Jahren Jahren verglichen mit anderen Lebensversicherern den höchsten Teil ihrer Anlagerendite den Versicherten zukommen lassen. 2017 betrug die so genannte Legal Quote in ihrem Fall 96,9 Prozent.

Die Legal Quote berücksichtigt nicht nur die den Versicherten gutgeschriebenen Zinsen sondern auch Rückstellungen, die in der Zukunft zugunsten der Verzinsung aufgelöst werden können. In den vergangenen Jahren haben diese Rückstellungen deutlich zugenommen.

Es zeigt sich, dass sich einige Versicherer in den letzten Jahren strikt am gesetzlich vorgeschriebenen Minimum von 90 Prozent orientiert haben. Den einst von linken Politikern geforderten höheren Wert von 95 Prozent hätte 2017 nur noch die Pax erreicht.