Der Kombi aus der Laguna-Familie weiss zu begeistern, hierzulande wohl weit mehr als die klassische, leicht bieder auftretende Limousine. Allein optisch gibt der Allrounder mehr her als das Stammmodell, ganz zu schweigen von den variablen Einsatzmöglichkeiten für Alltag, Beruf und Freizeit. Vor allem aber - und deshalb ist davon hier schwergewichtig die Schreibe - weiss Renaults Oberklasse-Motorisierung mit dem komplett neu entwickelten V6-dCi-Turbodiesel zu überzeugen. Gleichermassen werden hier die Ansprüche an Fahrdynamik, Effizienz, Ökologie und Ökonomie erfüllt.

Mit 450 Nm maximalem Drehmoment bei 1500 U/min ist der 3-l-Sechszylinder das durchzugsstärkste Triebwerk der gesamten Renault-Motorenpalette. 235 PS sorgen für flottes Vorwärtskommen, vor allem für die gefragte Spurtfreudigkeit.

Auch ökonomisch sinnvoll

Das Triebwerk ist gleichzeitig auch ein vorbildliches Beispiel für die Kooperation zwischen Renault und Nissan: Entwickelt wurde der Turbodiesel in Renaults Motorenkompetenzzentrum Rueil-Malmaison in der Nähe von Paris. Die sinnvoll aufgeteilte Zusammenarbeit zwischen den beiden Kooperationspartnern hat die Investitionen für Entwicklung und Produktion - immerhin rund 180 Mio Euro - gesenkt; gleichzeitig ermöglicht die Zusammenarbeit auch niedrige Stückpreise. Für jeden Allianzpartner allein wäre der Entwicklungsaufwand wirtschaftlich kaum verkraftbar gewesen. Zudem sorgt das gemeinsame Vorgehen, gepaart mit der kompakten Bauweise (V-Anordnung der Zylinder), dafür, dass der Selbstzünder bei den Modellen der Partnermarken sowohl längs (so bei Nissan und Infiniti) wie auch quer (wie beim Renault Laguna) eingebaut werden und damit auch für Fahrzeuge für die Märkte Asien und USA zum Einsatz gelangen kann. Renault setzt den 3-Liter neben dem Grandtourer auch beim sportlich-spritzigen Laguna Coupé ein, später sollen der Nissan Maxima in den USA sowie der Pathfinder, Murano und Navarra für Nissans Europa-Modellreihen folgen.

Infiniti in Zukunft mit Diesel

Gleichzeitig löst auch Infiniti (siehe oben) ein Problem: Nissans Luxusableger verfügte bisher über keine Dieselkompetenz, beabsichtigt neu aber, die Reihen EX, FX und M mit der europäischen Dieselinnovation aufzumotzen.

Trotz der sportlichen Fahrleistungen und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,7 Sekunden bleibt der Direkteinspritzer genügsam und damit auch für Flottenbetreiber interessant. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,4 l/100 km lässt sich der Kombi bewegen. Zudem ist der Sechszylinder mit umweltschonendem Dieselpartikelfilter der jüngsten Generation (erledigt die turnusgemäss notwendige Regeneration auch bei geringen Drehzahlen und bei jedem Tempo) auf die Erfüllung aller gültigen Abgasnormen ausgelegt und in der Lage, die Euro-5-Norm und die extrem strengen kalifornischen Grenzwerte einzuhalten.

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