Der Versicherer Allianz Suisse hat im vergangenen Jahr vor allem dank der beruflichen Vorsorge seine Einnahmen gesteigert. Das Geschäft mit der Vorsorge für kleinere und mittlere Unternehmen lief rund. Frostschäden und Unwetter bremsten die Schadensparte nicht.

Die Bruttoprämien stiegen um 4 Prozent auf 4,11 Milliarden Franken, wie der Schweizer Zweig des global agierenden deutschen Allianz-Konzerns bekannt gab. Es ist das erste Mal in der zehnjährigen Geschichte des Unternehmens, das unter anderem aus den Berner Versicherungen hervorgegangen war, dass die 4-Milliarden-Grenze überschritten wurde.

Die Unwägbarkeiten bleiben aber bestehen, wie Allianz-Suisse-Chef Klaus-Peter Röhler sagte: Die eingetrübte Konjunktur in der Eurozone wie auch der «enorme Verdrängungswettbewerb» im hochgradig gesättigten Schweizer Versicherungsmarkt verlangten von den Anbietern eine hohe Flexibilität.

Vollversicherung gefragt

Mit Lebensversicherungen wuchs die Allianz Suisse um 7,3 Prozent auf 2,29 Milliarden Franken. Mit der Vollversicherung ist die Allianz Suisse gross im Geschäft. Dieses Angebot richtet sich vor allem an kleinere und mittlere Unternehmen, die das Anlagegeschäft dem Versicherer überlassen wollen.

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Bei den Schadenversicherungen erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 0,3 Prozent auf 1,75 Franken. Trotz des Wintersturms Andrea, Frostschäden im Februar und Hagelzügen im Sommer erreichte die Gesellschaft eine bessere Schaden-Kostenbilanz als im Vorjahr. Das wichtigste Sachversicherungsgeschäft bei der Allianz Suisse ist allerdings auch die Motorfahrzeugversicherung.

Gemessen an den eingenommenen Prämien sank der Anteil der Schadenaufwendungen und internen Kosten um 3,3 Prozentpunkte auf 91,9 Prozent. Einen Anteil daran hatten tiefere Verwaltungskosten.

Steuern belasten Gewinn

Die Kapitalmärkte erhielten im zweiten Halbjahr durch die Eingriffe der Europäischen Zentralbank in die Euro-Krise auftrieb, wovon auch die Allianz Suisse profitierte. Das Finanzergebnis stieg unter anderem dank der Realisierung von Gewinnen um 5,9 Prozent auf 423 Millionen Franken. Abschreibungen fielen weniger ins Gewicht als im Vorjahr.

Operativ schnellte der Gewinn um 15,3 Prozent auf 331,2 Millionen Franken hoch und erreichte ein Niveau, wie es vor der Finanzkrise bestanden hatte. Beim Gewinn spielte ein Steuereffekt hinein. Die Lebenssparte erhielt eine höhere Werthaltigkeit bescheinigt, was zu mehr Steuerlast führte, wie Finanzchef Stefan Rapp erklärte.

Mit diesem Steuereffekt sank der Gewinn um 5,6 Prozent auf 243,5 Millionen Franken. Ohne die Belastung könnte die Gesellschaft eine Gewinnsteigerung um 14,2 Prozent ausweisen.

(tno/aho/awp)