«Großaktionär Allianz springt der Commerzbank Finanzkreisen zufolge in der Not bei» - das schreibt die Nachrichtenagentur Reuters am späten Nachmittag.

Laut «mehreren mit den seit Dezember laufenden Gesprächen vertrauten Personen» sei der Versicherer bereit, seine Stille Einlage von 750 Millionen Euro so anzupassen, dass die Commerzbank sie zum Stopfen ihrer 5,3 Milliarden Euro grossen Kapitallücke nutzen könne. Beschlüsse gebe es dazu allerdings noch nicht, heisst es weiter.

Die europäische Bankenaufsicht EBA hatte die Lücke bei Deutschlands zweitgrösster Bank Anfang Dezember auf 5,3 Milliarden Euro beziffert. Bis zum 20. Januar muss die Commerzbank nun ihren Plan präsentieren, wie sie die Lücke schliessen und damit ihre harte Kernkapitalquote auf 9 Prozent anheben will.

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Die Bank hat wiederholt betont, dass sie dies ohne Staatshilfe zu schaffen gedenkt. Stattdessen setzt sie unter anderem darauf, ihr Bilanzrisiken herunterschrauben, Gewinne einzubehalten und die Kreditvergabe in einzelnen Geschäftsfeldern einzuschränken.

Aktie steigt um fast 5 Prozent

Wie Reuters weiter schreibt, wird die Stille Einlage von der EBA nicht als hartes Kernkapital anerkannt, weil der Versicherer auch Zinsen darauf erhält, wenn die Bank Verluste schreibt. Damit die Commerzbank trotzdem davon profitiert müssten die Zinsen demnach vom Gewinn abhängig sein.

«Ob die Einlage 'gehärtet' oder direkt in Aktien umgewandelt wird, war zunächst offen», heisst es von der Nachrichtenagentur, «In jedem Fall würde die Allianz damit ein grösseres Risiko eingehen.»

Die Aktie der Commerzbank legte bis etwa 17:15 Uhr um mehr als 4,8 Prozent auf 1.30 Euro zu. Das Papier der Allianz stieg um etwas mehr als 1 Prozent auf 76.80 Euro.

(tno/rcv)