Alpiq-Grossaktionäre bringen sich in Stellung, um die Wasserkraftwerke des Stromkonzerns zu kaufen. Gegenüber der «Handelszeitung» äussern sich Vertreter mehrer Alpiq-Aktionäre zum Bieterprozess für das Kraftwerk-Portfolio. «Wir sind interessiert und prüfen, wie viel wir kaufen können und wollen», sagt Urs Steiner von Elektra Baselland, die 7 Prozent der Alpiq-Aktien hält. Motivation sei die eigene Stromversorgung. Die Lieferverträge mit Alpiq liefen in zehn Jahren aus.

Noch etwas grösser ist der Appetit bei 14-Prozent-Aktionärin Elektra Birseck Münchenstein. Man prüfe, selbst ein Angebot für die vollen 49 Prozent zu machen, sagt EBM-Finanzchef Cédric Christmann zur «Handelszeitung».

Pensionskassen prüfen Gebote

Zu den interessierten Kreisen gehören auch Pensionskassen. Offenbar prüft die Anlagestiftung IST wieder ein Engagement, nachdem sie bereits für Alpiq-Beteiligungen an Swissgrid einen Fonds aufgelegt hatte. Selber äussert sie sich nicht, wohl aber einzelne Kassen.  «Wir schauen alle Möglichkeiten an», sagt Christoph Ryter, Chef der Migros-Pensionskasse. Letztlich komme es auf den Preis an.

Und Rolf Ehrensberger, Anlagechef der PK Energie, sagt: «Das könnte interessant sein für uns.» Der Entscheid sei aber noch nicht gefallen. «Das ist im Anlageausschuss der IST.»

Das «Investment Grade» steht auf dem Spiel

Der Stromkonzern Alpiq steht unter Druck der Analysten, denn das Verhältnis aus Cash Flow (Ebitda) und Nettoschulden ist noch immer zu hoch. Und die Cash Flows nehmen Jahr für Jahr ab, weil der Strompreis sinkt. Würde man nur die Kennzahl für sich nehmen, reichte es eigentlich nicht mehr für ein Investment-Grade-Rating, sagt Daniel Rupli, Analyst von Credit Suisse.

Für Vontobel-Analyst Dominik Meyer ist das Vorgehen ein «Wettlauf gegen die Zeit». Spätestens nächstes Jahr müsse das Geld für das Wasserkraft-Paket fliessen, wolle Alpiq ihr Rating BBB- halten. Meyer schätzt den Wert der Wasserkraftwerke auf 480 Millionen Franken für die angebotenen 49 Prozent.

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