Der Energiekonzern Alpiq gibt seine Pläne zum teilweisen Verkauf seiner Wasserkraftanlagen auf. Investoren seien nicht bereit gewesen, die regulatorischen Risiken mitzutragen. Zudem hat der Konzern in der ersten Jahreshälfte 2017 seinen Verlust ausgeweitet. Die Titel des Stromkonzerns tauchten zum Börsenstart 3,8 Prozent auf 78,90 Franken.

Der Reinverlust beträgt 109 Millionen Franken, wie Alpiq am Montag mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 2 Millionen Franken. Werden Aufwendungen im Zusammenhang mit Schiedsgerichtverfahren, Rückstellungen, Verkäufen von Firmenteilen sowie weitere Sondereinflüsse herausgerechnet, beträgt der Verlust 5 Millionen Franken, nach einem Gewinn von 41 Millionen Franken im Vorjahr.

Leidstadt drückt das Ergebnis

Alpiq bekommt unter anderem die Euro-Mindestkursaufhebung vom Januar 2015 zu spüren: Die Währungsabsicherungsgeschäfte, die vor dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) abgeschlossen wurden, laufen nun aus. Zudem drückt der ausserplanmässige Stillstand des Kernkraftwerks Leibstadt auf das Ergebnis.

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Weiter gab Alpiq am Montag bekannt, sein Wasserkraftportfolio nun doch nicht teilweise zu verkaufen. Noch Anfang März hatte der Konzern entsprechende Pläne mitgeteilt.

Unwillige Investoren

Doch potenzielle Investoren seien nicht bereit, anteilig die unwägbaren regulatorischen Risiken mitzutragen, schreibt der Konzern. So konnte Alpiq nicht den gewünschten Preis, die vertraglichen Konditionen und Transaktionssicherheit erhalten.

Hinzu kommt laut Mitteilung die jüngste politische Diskussion über die Unterstützung der Wasserkraft. Deshalb hat der Verwaltungsrat nun entschieden, den Prozess der Öffnung des Wasserkraftportfolios für Investoren zu sistieren.

(sda/ise/mbü)