Der Schulden geplagte Schweizer Stromkonzern Alpiq erhält frisches Kapital, um sein Investment-Grade-Kreditrating halten können. Dazu beteiligen sich die Schweizer Hauptaktionäre mit bis zu 50 Prozent an einem Darlehen von 800 bis 1 Milliarden Franken.

Allerdings ziehen nicht alle hiesigen Grosseigner anteilsmässig mit. Wie genau der Schlüssel für das Aktionsdarlehen aussieht, will Alpiq jedoch nicht offenlegen. Nicht nur einzelne Schweizer Alpiq-Eigner scheren aus, auch der französische Stromkonzern EDF zieht beim geplanten Darlehen nicht mit.

«Die Franzosen werden kein Hybridkapital einschiessen», sagt eine EDF nahe Quelle und widerspricht damit der Aussage von Alpiq-Verwaltungsratspräsident Hans E. Schweickardt, wonach die Gespräche darüber mit EDF weiterhin im Gange seien.

Die französische Stromkonzern hält 25 Prozent an Alpiq und hat sich bislang konsequent gegen eine Kapitalerhöhung gestemmt. Nun plant EDF offenbar längerfristig den Verkauf der Beteiligung.

Der französische Stromriese hat am Dienstag bekannt gegeben, dass alle vier Vertreter im Alpiq-Verwaltungsrat ausgetauscht werden. Statt operative Strommanager bestücken die Franzosen das Aufsichtsgremium des Schweizer Stromers nun mit Corporate-Finance-Spezialisten, die einen Verkauf der Beteiligung vorbereiten könnten. 

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