Die Spannung steigt bei Alpiq. Der Stromkonzern braucht bis zu 1 Milliarde Franken. Doch die geplante Kapitalerhöhung lässt weiter auf sich warten. Die Zeit drängt. Am 12. März veröffentlicht der Konzern die Jahreszahlen. Bis dahin finden noch zwei Verwaltungsratssitzungen und eine dringliche Telefonkonferenz statt. Der Gesprächsbedarf im Gremium ist hoch.

Bis heute weigert sich der französische Stromkonzern EDF als Minderheitsaktionär, weiteres Geld einzuschiessen. Das hat Konsequenzen. Der Aktionärsbindungsvertrag gibt jedem Kernaktionär ein Vetorecht gegen einen Kapitalschritt. «Für wichtige Massnahmen muss im Gremium Einstimmigkeit herrschen», sagt ein EDF-Vertreter. 

Zuletzt haben sich die Fronten verhärtet. EDF-Chef Henri Proglio spricht davon, dass die Beteiligung an Alpiq «wahrscheinlich» kein längerfristiges Investment mehr sei. Im Analysten-Gespräch wird EDF-Finanzchef Thomas Piquemal deutlicher: «Unglücklicherweise müssen wir ziemlich tatenlos zusehen, wie sich die Situation bei Alpiq verschlechtert.» 

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Alpiq versucht laut Insidern nun, die Kapitalerhöhung ohne die Franzosen zu stemmen. Dazu müssten Investoren zwischen 350 und 500 Millionen Franken an Kapital einschiessen, um den EDF-Anteil sowie jenen der Alpiq-Kleinanleger auszugleichen. Der Stromkonzern gibt zum Sachverhalt keine Auskunft.

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