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Stromkonzern
Alpiq lanciert Abo für Elektroautos

Jasmin Staiblin
Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin: Sie setzt auf Elektroautos.Quelle: Keystone

Ganz neues Konzept: Stromkonzern Alpiq bietet ab 2018 auch Autos an – und zwar E-Autos im monatlichen Abo. Der Kunde zahlt den Wagen und eine Strom-Flatrate.

Von Sven Millischer
am 13.12.2017

Der Stromkonzern Alpiq will in das Geschäft mit Elektroautos einsteigen. Das Unternehmen hat in Zürich einen Cleantech-Inkubator namens Oyster Lab gegründet, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe schreibt. Lab-Leiter ist Bastian Gerhard, der zuvor Innovationschef beim deutschen E-Commerce-Giganten Zalando war.

Ein erstes Produkt aus dem Alpiq-Lab ist «Elektromobilität im Abomodell». Als Vorbild dienen Netflix, Spotify und Co. mit ihren monatlich abgerechneten Flat-Services. Wer beim Oyster Lab ein solches E-Mobil-Abo abschliesst, bekommt ein umfassendes Mobilitätspaket frei Haus: «Wir liefern das E-Mobil, die Ladestation, eine Tankkarte für die öffentliche Ladeinfrastruktur sowie eine Strom-Flatrate für 12'000 bis 15'000 Kilometer pro Jahr», sagt Gerhard. Derzeit gibt es noch keinen exklusiven E-Auto-Lieferanten.

Alpiq startet das Elektroabo im ersten Quartal 2018

Bereits im nächsten Quartal soll das Elektroabo auf den Markt kommen, zunächst in Süddeutschland in einem limitierten Roll-out für 50 bis 100 zahlende Kunden. Der Oyster-Mann spricht von einem «Mittel zum Zweck», um den Mobilitätsmarkt zu explorieren. Potenzielle künftige Ertragsquellen könnten der Stromabverkauf sein, aber auch das Management von Energieflexibilität. Fest steht, die gebeutelte Alpiq will sich aus der Grosshandelsfessel befreien und Privatverbraucher ins Visier nehmen. Für Gerhard gilt die Maxime: «Wir wollen den Zugang zum Haus, zum Endkunden, beyond the meter.»

Das Team im Alpiq-Inkubator setzte bei der Entwicklung des E-Mobilitätsabos auf die knochenharte Grassroots-Methode. «Wir sind in Süddeutschland von Haus zu Haus gezogen und haben bestimmt mit fünfzig Familien Kaffee getrunken und intensiv diskutiert», erklärt der Lab-Chef. Im Fokus: Einfamilienhausbesitzer mit eigener Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Ausgangsfrage: Wie lässt sich der Eigenverbauch ihrer Anlage erhöhen?

«Emotional und sexy»

Rasch kristalisiert sich im Gespräch mit den Häusle-Besitzern für Gerhards Mannschaft ein «grosser Verbraucher» heraus, der «emotional und sexy» zugleich ist: ein Elektroauto für die schwäbische ­Mittelstandsfamilie. Allerdings klagen die Schwaben, dass ein eigenes elektrisches Gefährt teuer sei und kaum erprobt. Das Oyster Lab hat sodann seine erste Auster zu knacken: Wie lässt sich Elektromobi­lität für halbwegs ökobewusste Familien alltagstauglich und bezahlbar machen? Der Ansatz der Alpiq-Tochter ist so einfach wie bestechend: Ein Abomodell für E-Mobilität.

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