Der Energiekonzern Alpiq treibt die Diversifizierung weiter voran und übernimmt den italienischen Bahntechnik-Spezialisten Balfour Beatty Rail. Dies entsprechend der Strategie der Gruppe, in den Energiedienstleistungen zu wachsen, wozu den Angaben nach auch die Verkehrstechnik gehört. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Mit der Übernahme soll das Verkehrstechnikgeschäft geografisch erweitert werden, zudem gewinne man fundiertes Know-how in der Elektrifizierung von Bahn- und Nahverkehrs-Systemen, teilte Alpiq am Donnerstag mit.

Italiener beschäftigen rund 120 Angestellte

Das italienische Unternehmen gehört den Angaben nach zur Balfour Beatty Plc, eine internationale sowie an der Londoner Börse kotierte Infrastruktur-Gruppe, und beschäftigt rund 120 Angestellte. In den vergangenen Jahren war Balfour Beatty Rail der Mitteilung zufolge ein wichtiger Technologiepartner beim Bau des Hochgeschwindigkeitsnetzes für italienische Bahnen.

Es handelt sich um die dritte Akquisition seit Jahresbeginn. Im Februar kaufte Alpiq bereits das Baselbieter Unternehmen IReL im Bereich Gebäudeautomation sowie die Helion Solar Gruppe im Bereich der Photovoltaik-Installationen.

Alpiq unter Zugzwang

Weil das traditionelle Geschäft der konventionellen Stromproduktion in den vergangenen Jahren stark unter Druck geraten ist, versucht Alpiq schon seit Längerem neue Geschäftsfelder zu erschliessen: Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Konzern beispielsweise GridSense auf den Markt gebracht. Diese Technologie antizipiert, steuert und optimiert den Stromverbrauch in Gebäuden.

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Zudem entwickelt Alpiq zusammen mit dem Versicherungskonzern Zurich, dem Industriekonzern Siemens sowie dem Telekomanbieter Swisscom ein Zugangs- und Abrechnungssystem für Elektroauto-Ladestationen.

Lob von der Börse

An der Börse gewinnen die Titel am Donnerstagmorgen über 2 Prozent auf 74,00 Franken in einem insgesamt kaum veränderten Markt. Seit Anfang Jahr stehen die Alpiq-Aktie jedoch nicht ganz 20 Prozent im Minus; 2014 gaben sie bereits rund 26 Prozent ab.

(awp/ise/ama)