Der mit Verlusten in der Wasserkraft kämpfende Energiekonzern Alpiq hat sich von der Gommerkraftwerke AG (GKW) getrennt. Am Montag verkaufte er seine GKW-Beteiligung von 26 Prozent an den Westschweizer Energieversorger Groupe E.

Groupe E und Alpiq haben vereinbart, über die finanziellen Details Stillschweigen zu bewahren, wie die Unternehmen am Montag in Communiqués mitteilten. Die Groupe E erhöht ihren Anteil an der GKW mit dem Kauf auf 71 Prozent.

Drei Standorte

GKW betreibt drei Wasserkraftwerke in Ernen, Fiesch und Binn im Oberwalliser Bezirk Goms. Mit einer installierten Leistung von 132 Megawatt produzieren die Anlagen jährlich rund 290 Gigawattstunden Strom.

Mit der Erhöhung ihrer Beteiligung an der GKW verbessert die Groupe E nach eigenen Angaben ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Strombeschaffung und ihre Wettbewerbsfähigkeit im mehr und mehr konkurrenzbetonten Strommarkt. Als Mehrheitsaktionärin der GKW könne sie zudem Synergien nutzen, insbesondere bei der Anlagensteuerung.

Alpiq glaubt weiterhin an Wasserkraft

Alpiq erklärte, die Veräusserung erfolge im Rahmen des Umbaus der Gruppe, mit dem das Produktionsportfolio optimiert, das Kostenmanagement verbessert und die Nettoverschuldung abgebaut werden soll. Mit einer Produktionskapazität von rund 2800 Megawatt bleibe die Wasserkraft aber ein Hauptpfeiler im Erzeugungsportfolio von Alpiq.

Am Freitag war bekannt geworden, dass sich Alpiq wegen der Frankenstärke zu weiteren Abschreibern auf den Wasserkraftwerken gezwungen sieht. Der Wert der Produktionsanlagen in der Schweiz wurde im abgelaufenen Halbjahr um 728 Millionen Franken reduziert. Unter dem Strich resultierte in der Folge ein Semesterverlust von 886 Millionen Franken.

(sda/mbü)