Der Energiekonzern Alpiq richtet das Geschäftsportfolio auf die künftigen Bedürfnisse des Marktes aus und verschlankt die Organisation. Im Rahmen der neuen Strategie sollen das Dienstleistungsangebot ausgebaut, der Fokus auf erneuerbare und flexible Energiequellen gelegt und die Kosten gesenkt werden. Das Ziel sei es, die Rentabilität mittelfristig und nachhaltig zu verbessern, teilt Alpiq am Montag mit.

Der europäische Strommarkt befinde sich in einem fundamentalen Wandel, welcher durch tiefe Strompreise, rückläufige Nachfrage, signifikante Überkapazitäten in der Energieproduktion sowie hohe Subventionen und Priorisierung im Bereich der neuen erneuerbaren Energien geprägt sei, heisst es weiter. Dies setze die Wirtschaftlichkeit der grossen Kraftwerke unter Druck und vor diesem Hintergrund habe der Verwaltungsrat die neue strategische Ausrichtung beschlossen.

Selektiver Einstieg ins Retailgeschäft

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So beabsichtigt Alpiq, das dezentrale Energiemanagement, die Energieeffizienz sowie das Endkundengeschäft auszubauen. Vorgesehen seien unter anderem die Bewirtschaftung von dezentralen Produktionsanlagen und das Energiemanagement in Gebäuden, Industrieanlagen oder Kleinstnetzwerken. Dabei werde Alpiq mit Partnern in der Schweiz und im europäischen Ausland selektiv in das Retailgeschäft einsteigen.

Weiter richtet sich der Konzern auf die regulatorischen Veränderungen in der Schweiz mit der Energiestrategie 2050 aus. Dabei nehme die Wasserkraft weiterhin einen zentralen Stellenwert im Geschäftsmodell ein. Zudem plane man zusammen mit Partnern an ausgewählten Standorten in Europa in neue erneuerbare Energien zu investieren und diese zu bewirtschaften, so die Mitteilung.

Kostenreduktion geplant

Kernkraftwerke werde Alpiq mit der heutigen in der Schweiz betriebenen Technologie keine neuen bauen. Vielmehr werde für die künftige Planungs- und Investitionssicherheit der politische Dialog gesucht, mit dem Ziel, eine akzeptable und wirtschaftlich tragbare Lösung für die Lebensdauer der Kernkraftwerke zu finden. An ausgewählten europäischen Standorten werde weiterhin in fossile Kraftwerke investiert.

Derweil will Alpiq die internen Strukturen und Prozesse vereinfachen und verschlanken. Ziel sei es, die jährlichen Kosten nachhaltig um 100 Millionen Franken zu reduzieren. Mit der Neuausrichtung plane Alpiq einen zusätzlichen EBITDA-Beitrag, die Rentabilität werde sich mittelfristig und nachhaltig verbessern.

(awp/jev/aho)