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Alpiq will Swissgrid-Anteile verkaufen

Alpiq: Swissgrid-Anteile sind auf dem Markt.   Keystone

Der Energiekonzern Alpiq will seine Beteiligung an Swissgrid abgeben. Ein Käufer für die Netzgesellschaft wird noch gesucht.

Veröffentlicht am 26.05.2014

Der Energiekonzern Alpiq will seine Beteiligung an Swissgrid verkaufen. Der Verwaltungsrat habe entschieden, sich von der nicht-strategischen Beteiligung an der Übertragungsnetzbetreiberin zu trennen und den Verkaufsprozess zu lancieren, teilt Alpiq am Montag mit. Der Konzern hält 34,7 Prozent an Swissgrid.

Angaben zum erwarteten Verkaufserlös konnte Alpiq-Sprecher Andreas Meier nicht machen. «Die Prozess wird jetzt angestossen, konkrete Gespräche mit möglichen Interessenten haben wir noch nicht geführt», so Meier auf Anfrage von AWP.

Alpiq einer der grössten Aktionäre

Wie vom Gesetzgeber vorgesehen hat Alpiq, wie auch die weiteren Eigentümer, Anfang 2013 den Anteil am Höchstspannungsnetz gegen Aktien der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid eingetauscht. Alpiq wurde damit einer der grössten Aktionäre von Swissgrid. Weitere bedeutende Aktionäre sind die Axpo Holding, welche über verschiedene Unternehmen ebenfalls mehr als einen Drittel an Swissgrid hält. Dahinter folgt die BKW, welche einen Anteil von rund 12 Prozent hält.

Laut dem Stromversorgungsgesetzt (StromVG) muss das Aktienkapital und die damit verbundenen Stimmrechte von Swissgrid mehrheitlich direkt oder indirekt den Kantonen und Gemeinden gehören. Damit grenzt sich der Kreis der potenziellen Interessenten an der Alpiq-Beteiligung deutlich ein.

Investitionen in Wachstumsfelder

Die aus einem allfälligen Verkauf zufliessenden Mittel will die Gruppe für Investitionen in neue Wachstumsfelder im Rahmen der Strategie verwenden. Dabei will sich Alpiq vor allem im Dienstleistungsbereich stärken. Der Verwaltungsrat habe seinen Willen zur weiteren Entwicklung der Gruppe in Richtung eines Anbieters von Komplettlösungen im Geschäftsbericht zum Ausdruck gebracht, so Meier. In den kommenden Jahren will sich Alpiq von einem Kraftwerksbetreiber hin zu einem Dienstleistungsunternehmen verändern. Strategisch wichtige Anlagen wird die Gruppe weiterhin in ihrem Produktionsportfolio führen, den Dienstleistungsbereich will sie aber weiter ausbauen.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat der Konzern Anfang April mit der Übernahme der in der Laststeuerung tätigen Flexitricity gemacht. Das britische Unternehmen bündelt die Stromerzeugung und den Stromverbrauch energieintensiver Industrie-, Dienstleistungs- und öffentlicher Unternehmen. Diese Strommengen bietet die Gesellschaft den Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern als positive oder negative Reserve für Systemdienstleistungen an.

(awp/me/sim)

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